Umfrage: Alexander Van der Bellen Erster, Hundstorfer Letzter

5. Februar 2016, 20:00
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In allen Umfragen liegt der Grüne Van der Bellen deutlich voran. In der jüngsten Hajek-Umfrage für ATV schafft FPÖ-Kandidat Hofer Platz zwei

Van der Bellen vor Norbert Hofer vor Irmgard Griss vor Andreas Khol vor Rudolf Hundstorfer.

Wien – Alexander Van der Bellen liegt auch in der jüngsten Umfrage, die Peter Hajek mit einem Sample von 700 Befragten für den Fernsehsender ATV gemacht hat, deutlich in Führung. In der Befragung, die diese Woche durchgeführt wurde, kommt der ehemalige Bundessprecher der Grünen, der als unabhängiger Kandidat antritt, auf 29 Prozent.

Hinter ihm auf dem zweiten Platz liegt bereits der jüngst dazugekommene FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, der laut Umfrage mit 20 Prozent rechnen kann. Irmgard Griss, die unabhängige Kandidatin und ehemalige Höchstrichterin, liegt mit 18 Prozent an dritter Stelle, dahinter die beiden Kandidaten der Koalitionsregierung Andreas Khol (ÖVP) mit 17 Prozent und Rudolf Hundstorfer (SPÖ) an letzter Stelle mit 15 Prozent. Würde Baumeister Richard Lugner antreten, könnte dieser mit etwa drei Prozent der Stimmen rechnen.

Viele Unentschlossene

Hajek, der die Umfrage für den "ATV Österreich Trend" durchgeführt hat, macht auf die geringe Wahlmobilisierung aufmerksam: Derzeit wollen nur 63 Prozent ganz sicher zur Wahl gehen. Mit 27 Prozent gebe es noch sehr viele Unentschlossene.

Grobe Schätzung

Die Sonntagsfrage könne zum jetzigen Zeitpunkt nur eine grobe Hochschätzung sein, sagt Hajek. "Alexander Van der Bellen hat die mit Abstand besten Chancen, in die Stichwahl zu kommen. Alle anderen Kandidaten liegen innerhalb der Schwankungsbreite. In den Rohdaten gibt es nur drei Prozentpunkte Unterschied zwischen Hofer, Griss, Khol und Hundstorfer."

Treue Grün-Wähler

Die Grün-Wählerschaft scheint geschlossen hinter ihrem Kandidaten zu stehen, die Sympathisanten anderer Parteien zeigen sich relativ beweglich. Das betrifft insbesondere die Klientel der Koalitionsregierung: So könnte es sein, dass ein Viertel der SPÖ-Wähler für Van der Bellen stimmt und 15 Prozent der ÖVP-Wähler lieber für Griss als für Khol die Stimme abgibt. Offen ist, wohin die Neos-Wähler mehrheitlich tendieren: zu Griss oder Van der Bellen.

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Der Grüne, der als unabhängiger Kandidat antritt, liegt in allen Umfragen klar voran.

Von der Polarisierung in der Flüchtlingsdebatte profitieren in erster Linie der Grüne Van der Bellen und der Freiheitliche Hofer. Was die Altersstruktur der Wählerschaft betrifft, liegen bei der Generation 50 plus alle Kandidaten auf ähnlichem Niveau, bei den unter 30-Jährigen liegt dagegen Van der Bellen klar in Front.

Spannende Stichwahl

Hajek hat auch die möglichen Szenarien abgefragt, die sich bei einer Stichwahl im zweiten Durchgang ergeben könnten. Das Ergebnis: Van der Bellen könnte sich sowohl gegen Hundstorfer als auch Khol durchsetzen und würde auch Hofer auf Distanz halten. Ausgerechnet gegen Griss hätte der grüne Kandidat aber Schwierigkeiten. In dieser Konstellation stimmten die Befragten jeweils mit 32 Prozent für einen der beiden, der Rest ist unentschlossen.

Kämen Andreas Khol und Rudolf Hundstorfer in die Stichwahl, würde der SPÖ-Kandidat aus jetziger Sicht das Match mit 34 gegen 29 Prozent für sich entscheiden (der Rest sind Unentschlossene).

Andere Umfragen

In einer Reihe von anderen Umfragen, die in den letzten Tagen durchgeführt wurden, liegt ebenfalls Van der Bellen auf dem ersten Platz. Sowohl bei Gallup (für "Österreich") als auch bei OGM führt der Grüne. Andreas Khol war in diesen beiden Umfragen jeweils das Schlusslicht.

In der jüngsten Gallup-Umfrage kam Van der Bellen auf 28 Prozent, gefolgt von Irmgard Griss mit 22 Prozent. Norbert Hofer lag bei 19 Prozent, Hundstorfer bei 17 und Khol bei 13 Prozent.

In einer OGM-Umfrage vor einer Woche für den "Kurier" lag Van der Bellen mit 26 Prozent vor Hundstorfer mit 23 Prozent. Griss konnte 20 Prozent für sich verbuchen, Hofer 17 Prozent und Khol 14 Prozent. (Michael Völker, 5.2.2016)

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