"Washington Square": Am Ende häkelnd im Salon

9. Februar 2016, 11:32
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"Washington Square", eines der populärsten Henry-James-Bücher, ist als Hörbuch erschienen

Mit seinem Roman Washington Square, der 1881 erstmals erschien, war einer nicht übermäßig zufrieden – der Autor Henry James selbst. James, 1843 in New York geboren und seit 1875 in England lebend, wo er 1916 starb, zog seine späten Romane vor, die komplizierter, ausgreifender und formal anspruchsvoller waren.

Eben deshalb ist Washington Square eines der populärsten James-Bücher geworden. Catherine Sloper, schüchtern, wenig attraktiv, verliebt sich in den faszinierend zwielichtigen Morris Townsend. Slopers Vater lehnt ihn als Erbschleicher ab. Sie gibt nicht auf, Townsend aber ist ihr mütterliches Erbe – Austin Sloper enterbt sie nahezu – zu gering, um sie zu ehelichen. Damit setzt Catherines Reife zur Unabhängigkeit ein, später lässt sie ihn abblitzen und endet als alte Jungfer, im Schlusssatz häkelnd im Salon sitzend.

Klaus Schmitz hat den Roman in dieser Produktion klug aufs Wesentliche reduziert. Die Regisseurin Silke Hildebrandt leitet die gut ausgewählte Besetzung mit Meike Droste, Dörte Lyssewski, Ulrich Noethen und Ulrich Pleitgen an. (Alexander Kluy, Album, 9.2.2016)

  • Henry James, "Washington Square." € 14,95, 75 min. Audiobuch, Freiburg im Breisgau 2016
    foto: audiobuch

    Henry James, "Washington Square." € 14,95, 75 min. Audiobuch, Freiburg im Breisgau 2016

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