Hightech-Hygiene: Warum man ein smartes Klo anschaffen sollte

5. Februar 2016, 11:27
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Intelligente "Häusl" können durch Komfortfeatures und sinnvolle Zusatzfunktionen echten Mehrwert schaffen

Es wird selten darüber gesprochen, aber tagtäglich verwendet: Das WC. Der Apparat am "stillen Örtchen" – im Osten Österreichs auch als "Häusl" bezeichnet – erweist sich als treuer Diener, wenn die Verdauung ihre Arbeit getan hat.

Lange blieb das Konzept der Sitzkonstruktion mit manuellem Spülmechanismus unangetastet. Doch in den vergangenen Jahren hielt auch hier technologischer Wandel Einzug. Auch Klos gibt es heute in computerisierter Ausführung. Während bei vielen anderen Geräten die elektronischen Zusätze von mitunter fragwürdiger Sinnhaftigkeit sind, kann die Anschaffung eines smarten WCs allerdings echten Mehrwert schaffen, argumentiert man bei CNet.

Dem geübten Skeptiker mag diese Feststellung erst einmal ein Stirnrunzeln entlocken. Doch die vorgebrachten Argumente sind nicht so einfach von der Hand zu weisen.

Bessere Hygiene, niedrigerer Wasserverbrauch

Der erste Punkt, der für den Kauf einer neuartigen Toilette spricht, betrifft grundsätzliche Hygiene. Denn die Geräte sind mit Sensoren ausgestattet, die erkennen, wenn der Nutzer sein Geschäft verrichtet hat und das "stille Örtchen" räumt oder mit einem kurzen Winken ein Signal gibt. Dann wird automatisch die Spülung ausgelöst. Weil kein Knopf oder Hebel zu betätigen ist, kommt man mit der Hand nicht in Kontakt mit potenziell ungustiösen Keimen der Vorbenutzer.

Einige Modelle können auch ein Überlaufen beim Spülen vermeiden, sollte es zu einer Verstopfung kommen. Dazu können sie selbst bestimmen, wie viel Wasser benötigt wird, um die Hinterlassenschaften des Benutzers zu entsorgen. Damit lässt sich der Wasserverbrauch teils deutlich reduzieren.

Sitzwärmer, Selbstreinigung, Lautsprecher

Im Gegenzug allerdings muss ein smartes WC mit Strom versorgt werden. Dies geschieht entweder über regelmäßig aufzuladende oder zu wechselnde Batterien, oder einen direkten Anschluss an den Stromkreis des Raumes, was den Umweltvorteil durch den niedrigeren Wasserverbrauch freilich relativiert.

Allerdings ermöglicht die Energieversorgung auch eine Reihe anderer Features, die den Komfort erhöhen sollen. Sie reichen vom beheizten Sitz, Bidet-Düsen, Selbstreinigung und automatischer Raumbeduftung bis zum integrierten Nachtlicht oder eingebauten Bluetooth-Lautsprechern.

Kein schneller Durchbruch zu erwarten

Je nach Ausstattung variiert auch der Preis. Er reicht von wenigen hundert Euro für einfache Umsetzungen mit automatischer Spülung und Wasserdosierung bis hin zu featurebeladenen Luxusvarianten für mehrere tausend Euro.

Hier dürfte auch die Hürde für den Durchbruch der nächsten WC-Generation liegen. Denn ihre klassischen Artgenossen sind derzeit noch deutlich billiger und erweisen sich in der Regel als ausgesprochen langlebig. In "freier Wildbahn" wird man die klugen Klos auf absehbarer Zeit wohl hauptsächlich in teureren Hotels aufsuchen können. (gpi, 05.02.2016)

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CNet

  • Die smarte Toilette AT200 des US-Herstellers DXV beherrscht beinahe alle aufgezählten Funktionen, ist mit 4.200 Dollar Anschaffungskosten allerdings nicht sonderlich budgetfreundlich.
    foto: dxv

    Die smarte Toilette AT200 des US-Herstellers DXV beherrscht beinahe alle aufgezählten Funktionen, ist mit 4.200 Dollar Anschaffungskosten allerdings nicht sonderlich budgetfreundlich.

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