Hybride und E-Autos: Fehlerhafte Stromrechnung

Kolumne10. Februar 2016, 12:51
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Die Elektrifizierung des Antriebes ist eine gute Möglichkeit den Schadstoffaustoß zu reduzieren. Erst recht, wenn man es sich leicht macht.

Flottenverbrauch und Schadstoffausstoß sind Schlüsselgrößen, wenn es darum geht, neue Autos zu entwickeln. Überschreitungen der Verbrauchsvorgaben, die auch CO2-Limits sind, haben so hohe Strafzahlungen zur Folge, dass sie kein Massenhersteller in seiner Preiskalkulation unterbringen kann.

Auch neue realitätsnähere Abgasmessmethoden setzen die Fahrzeughersteller unter Druck, zumal weniger Schadstoffausstoß oft auch mehr Verbrauch bedeutet. So wären schon herkömmliche Mittelklasseautos vom Aussterben bedroht, ganz zu schweigen von der Luxusklasse. Gäbe es nicht ein spezielles Rechenmodell, käme die europäische Autoindustrie wirtschaftlich ins Wanken, und zwar vor allem jene Hersteller, die bisher als technologische Speerspitze galten, weil neue Technologien in der Regel immer bei den großen teuren schweren Autos zuerst eingeführt werden.

Plug-in-Hybride

Gleichzeitig ist die Elektrifizierung des Antriebsstrangs eine gute Möglichkeit, die Verbrauchs- und Abgassituation zu verbessern. Das hat Toyota mit dem Hybridauto Prius schon vorgeführt. Und das geht jetzt weiter mit sogenannten Plug-in-Hybriden, also Hybridautos mit so großen Batterien, dass man sie auch zu Hause nachladen und viele Kilometer rein elektrisch fahren kann. Die deutschen Hersteller sind da sehr stark.

Ihr positiver Effekt für die Umwelt begründet sich aber eher in schon besagtem Rechenmodell: Der verbrauchte Strom wird mit null CO2-Ausstoß gerechnet, was lediglich eine vage Hoffnung von einer künftigen CO2-freien Stromherstellung vorwegnimmt. (Rudolf Skarics, 10.2.2016)

  • Der Prius war der Vorreiter der Hybride. Demnächst kommt der neue Prius auf den Markt.
    foto: apa

    Der Prius war der Vorreiter der Hybride. Demnächst kommt der neue Prius auf den Markt.

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