Zusammenhang: Fetthaltige Ernährung und postnatale Depression

5. Februar 2016, 10:56
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Fettleibigkeit mindert die Ausbildung einer erhöhten Stressbelastbarkeit, die für stillende Mütter eigentlich typisch ist

Emotionale und hormonelle Veränderungen schützen Frauen in der Zeit der Schwangerschaft und Geburt vor Stress, machen sie ruhiger und statten sie mit den notwendigen fürsorglichen Verhaltensweisen aus. Die Zeit der Geburt ist aber auch mit dem Risiko behaftet, psychische Störungen – zum Beispiel Angst- und Depressionserkrankungen – zu entwickeln.

Innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt sind bei etwa 20 bis 25 Prozent der Mütter Stimmungsschwankungen zu beobachten; angefangen vom sogenannten "postnatalen Blues", der in wenigen Tagen überwunden werden kann, über die postnatale Depression bis hin zur postnatalen Psychose.

Die Ursachen solcher Störungen sind kaum untersucht, obwohl darunter nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter und die gesunde Entwicklung des Kindes leiden. Nur wenige Risikofaktoren wurden bislang identifiziert. Dazu gehören psychische Störungen vor der Schwangerschaft, gravierende stressvolle Ereignisse sowie das Rauchen während der Schwangerschaft und Übergewicht der Mutter.

Veränderungen im Stressverhalten

Eine Studie der Universität Regensburg hat untersucht, ob eine stark fetthaltige Ernährung die normalen Veränderungen im Verhalten und der Stressphysiologie der Mutter beeinflusst. Die Experimente wurden an Nagetieren durchgeführt, denen eine spezielle Fett-Diät während der gesamten Trächtigkeitsphase verabreicht wurde.

Die Forscher konnten nachweisen, dass die fetthaltige Ernährung nicht nur das Körpergewicht erhöhte, sondern auch das Angstverhalten der Mütter steigerte und ebenso die Stress-Belastbarkeit verringerte, die so typisch für Muttertiere ist.

Die Wissenschaftler konnten darüber hinaus die molekularen Veränderungen im Stress-System des mütterlichen Körpers – im Bereich der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse – exakt lokalisieren. Die Beobachtungen sind ein weiterer Beleg dafür, dass die normalen mütterlichen Veränderungen für die mentale Gesundheit von Mutter und Kind von großer Bedeutung sind. Sie zeigen, dass Fettleibigkeit ein wesentlicher Risikofaktor für Angsterkrankungen nach der Geburt darstellt. (idw, red, 5.2.2016)

  • Fettreiche Ernährung steigert das Angstverhalten von Müttern.
    foto: dpa/felix heyder

    Fettreiche Ernährung steigert das Angstverhalten von Müttern.

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