Schwere Dürre: Simbabwe ruft Katastrophenzustand aus

5. Februar 2016, 10:11
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Große Lebensmittelengpässe wegen El Niño, 2,44 Millionen Menschen leiden darunter

Harare – Wegen einer schweren Dürre hat Simbabwes Präsident Robert Mugabe für mehrere Landesteile den Katastrophenzustand ausgerufen. Wie die Regierung am Freitag mitteilte, leiden 2,44 Millionen Menschen unter Lebensmittelknappheit. Das seien 26 Prozent der Bevölkerung, sagte der Minister für Kommunalverwaltungen und öffentliche Arbeit, Saviour Kasukuwere.

Simbabwe leidet ebenso wie die Nachbarländer Südafrika und Sambia derzeit unter einer schweren Dürre. Die Folgen sind Viehsterben und Ernteausfälle. Auslöser für die außergewöhnliche Trockenheit ist das Wetterphänomen El Niño, das in diesem Jahr weltweit besonders extrem ausfällt. Bei dem Phänomen, das in unregelmäßigen Abständen auftritt, sammeln sich warme Wassermassen im zentralen und östlichen Pazifik, die Folge sind weltweite Wetterextreme.

Warnung der Uno

Die Vereinten Nationen hatten im November gewarnt, der jüngste Niño sei der schlimmste seit mehr als 15 Jahren und einer der stärksten seit 1950. Zuletzt hatte El Niño vor fünf Jahren weitreichende Folgen: Er führte zu heftigem Monsunregen in Südostasien aus, Dürren im Süden Australiens, auf den Philippinen und in Ecuador sowie enormen Überschwemmungen in Mexiko und Hitzewellen in Brasilien.

Simbabwe war einst als Kornkammer Afrikas bekannt, doch gab es in den vergangenen Jahren wiederholt Ernteausfälle, so dass Getreide importiert werden musste. Kritiker machen dafür auch Mugabes Landreform verantwortlich, in deren Zuge seit 2000 weiße Farmbesitzer teils gewaltsam vertrieben wurden. Mugabe sieht die Probleme im Agrarsektor dagegen als Folge der Sanktionen, die westliche Staaten wegen der Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe verhängt haben. (APA, 5.2.2016)

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