Grippe: Kammer bittet Kinderärzte um Wochenend-Ordination

5. Februar 2016, 10:03
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Die Grippewelle führt zu Wartezeiten in Krankenhäusern. Ärzte werden durch bürokratische Hürden davon abgehalten, am Wochenende zu ordinieren

Wien – Vergangene Woche gab es in der Bundeshauptstadt 10.300 Influenza-Neuerkrankungen. Am letzten Wochenende wurden deshalb die Ambulanzen gestürmt. Die Folgen waren stundenlange Wartezeiten, etwa im Donauspital. Aus diesem Grund bittet die Wiener Ärztekammer nun einige Kinderärzte, für die Dauer der Grippewelle ihre Ordination auch am Wochenende zu öffnen. Auch der Ärztefunkdienst – erreichbar unter der Telefonnummer 141 – sei am Wochenende verstärkt im Einsatz.

Kammer-Vizepräsident Johannes Steinhart ortet hinter den langen Wartezeiten ein strukturelles Problem und verurteilt die bürokratischen Hürden: "Die Patienten werden an den Wochenenden geradezu in die Ambulanzen gedrängt, weil den Kinderarztordinationen mit Kassenvertrag unglaubliche bürokratische Steine in den Weg gelegt werden".

Grundsätzlich sieht Steinhart dringenden Handlungsbedarf im niedergelassenen Bereich. Es brauche nicht nur 300 zusätzliche Kassenplanstellen, sondern auch flexiblere Angebote, besonders in der kinderärztlichen Versorgung. Beispielsweise sei es derzeit wegen der strengen Vertretungsbestimmungen selbst in Notsituationen nicht zulässig, zu zweit mit einem Kollegen gemeinsam zu arbeiten. Vertretungen seien lediglich im Urlaubs- oder Krankheitsfall gestattet, kritisierte er bürokratische Hürden, die endlich beseitigt gehörten. (APA, 5.2.2016)

  • Durch den Dreifach-Impfstoff ist gegen die aktuell zirkulierenden Influenza-B-Viren kein ausreichender Schutz gegeben.
    foto: ap

    Durch den Dreifach-Impfstoff ist gegen die aktuell zirkulierenden Influenza-B-Viren kein ausreichender Schutz gegeben.

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