Journalist bei Demonstration in Athen schwer verletzt

5. Februar 2016, 09:16
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Landwirte wollen am Freitag weiterhin Straßen blockieren

Athen – Bei Ausschreitungen am Rande landesweiter Demonstrationen wurde am Donnerstag in Athen ein Journalist schwer verletzt. Der Mitarbeiter des Radiosenders Athina 984 wurde von vermummten Autonomen mit Stöcken angegriffen und wiederholt auf Kopf, Brust und Rücken geschlagen. Unterdessen wollen griechische Landwirte den Streik am Freitag fortsetzen.

Wie der Radiosender am Freitag berichtete, befindet sich der Journalist außer Lebensgefahr. Er werde aber im Krankenhaus behandelt. Alle politischen Parteien des Landes verurteilten die Attacke.

Ausschreitungen am Nachmittag

Die größtenteils friedlichen Demonstrationen, die am Donnerstag in ganz Griechenland gegen die Pensionsreform und Steuererhöhungen stattfanden, waren in Athen am frühen Nachmittag von Ausschreitungen durch Linksautonome überschattet worden. Trotz großen Polizeiaufgebots flogen auf dem zentralen Syntagma-Platz Brandsätze, rund 500 vermummte Chaoten sorgten für Unruhe und lieferten sich Scharmützel mit der Polizei. Hunderte Demonstranten mussten sich in ruhigere Seitenstraßen in Sicherheit bringen.

Unterdessen wollen griechische Landwirte am Freitag erneut für zwölf Stunden wichtige Verbindungsstraßen des Landes blockieren. Für Samstag sei sogar eine 24-stündige Blockade im Gespräch, berichtet der Athener Radiosender 984.

Betroffen sind davon nicht nur die Griechen: Das Nachbarland Bulgarien leidet ebenfalls unter den bereits Wochen andauernden Straßensperren. Die Lastwagen stauen sich an den Grenzübergängen zu Griechenland kilometerlang.

Bulgarien appelliert an EU

Bulgarien hat die EU-Kommission aufgefordert, sich einzuschalten, um das Problem "in möglichst kurzer Frist" zu lösen. Griechenland setze seine EU-Verpflichtungen zur Freizügigkeit von Menschen und Waren nicht um, klagte das ärmste EU-Land. Vor allem an den Grenzübergängen Kulata-Promachon und Ilinden-Exochi würden die Schlangen wartender Lastwagen immer länger, hieß es im Staatsradio in Sofia.

Die griechischen Landwirte wehren sich mit ihren Protesten gegen harte Einschnitte im Zuge der geplanten Pensionsreform. So sollen sich unter anderem ihre Rentenbeiträge schrittweise von 7 Prozent auf 20 Prozent fast verdreifachen.

Auch die Seeleute sind in Griechenland im Protest gegen die Reformen im Ausstand; Fähren blieben am Freitag in den Häfen vertäut. Rechtsanwälte und Notare streikten ebenfalls. (APA, 5.2.2016)

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