Stöger will jährliche Erhöhung für Frühpensionen erhalten

5. Februar 2016, 05:30
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Der Sozialminister sieht im Vorschlag der Wirtschaftskammer eine Themenverfehlung

Wien – Für eine Themenverfehlung hält Sozialminister Alois Stöger den jüngst publik gewordenen Vorschlag der Wirtschaftskammer für die Pensionsreform (der STANDARD berichtete). Die geforderte Streichung der als Teuerungsausgleich gedachten jährlichen Pensionsanpassung für Frühpensionisten ändere nichts am Kernproblem. Es gehe darum, dass Arbeitnehmer länger im Beruf bleiben können, statt in Arbeitslosigkeit oder Krankenstand zu landen, sagt Stöger: "Da könnte sich die Wirtschaftskammer durchaus stärker engagieren."

Finanzielle Anreize, um nicht freiwillig Frühpension zu entfleuchen, wie sie die Wirtschaftskammer verstärken will, gebe es jetzt schon, argumentiert der Minister und verweist auf die bereits bestehenden Abschläge für diverse Frühpensionsvarianten: Für die Korridorpension, die Männer ab dem Alter von 62 Jahren antreten können, wird für jedes Jahr vor dem Regelpensionsalter ein Abschlag von 5,1 Prozent fällig. Inklusive anderer Verluste bei der Berechnung erwartet einen Frühpensionisten, der drei Jahre vor der Zeit in den Ruhestand tritt, laut Sozialministerium eine um etwa ein Viertel niedrigere Leistung, als bei Antritt zum Regelpensionsalter zu erwarten gewesen wäre.

Auch für die Schwerarbeiterpension, die unter den entsprechenden Voraussetzungen ab 60 Jahren angetreten werden kann, sind Abschläge fällig: Diese betragen 4,2 Prozent.

Ein Zehntel Kaufkraftverlust

Eingeschränkt haben Regierungen die jährliche Pensionsanpassung, die grundsätzlich in der Höhe der Inflationsrate erfolgt, allerdings auch schon bei früheren Gelegenheiten. Bereits jetzt wird die Erhöhung erst im zweiten Jahr nach Pensionsantritt gewährt. Im Zuge diverser Sparpakete wurde die Anpassung unter die Teuerungsrate gedrückt – zuletzt 2014. Laut Pensionskommission haben die Ruhebezüge – Mindestleistungen ausgenommen – deshalb binnen zehn Jahren um etwa zehn Prozent an Kaufkraft verloren. (Gerald John, 5.2.2016)

  • Sozialminister Alois Stöger hat keine Freude mit den Reformideen der Wirtschaftskammer.
    foto: apa / pfarrhofer

    Sozialminister Alois Stöger hat keine Freude mit den Reformideen der Wirtschaftskammer.

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