Für EU-Kommission Staatsanleihen nicht mehr risikolos

4. Februar 2016, 15:56
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Initiative für Neuregelung soll noch im ersten Halbjahr kommen

Berlin/Brüssel – Die EU-Kommission will einem Magazinbericht zufolge Staatsanleihen in Bank-Bilanzen nicht mehr als risikolos einstufen. Finanzmarkt-Kommissar Jonathan Hill habe einen entsprechenden Vorstoß gegenüber Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem und einigen Europa-Parlamentariern angekündigt, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag vorab.

Dijsselbloem plädiere für eine solche Initiative noch im ersten Halbjahr. Kommt es zu einer Neuregelung, müssten Banken die Staatsanleihen in ihren Büchern mit Eigenkapital absichern.

Die Euro-Schuldenkrise hat gezeigt, dass auch die bis dahin als sicher geltenden Staatsanleihen nicht ohne Ausfall-Risiko sind. Strengere Eigenkapitalanforderungen sind nach dem Bericht für die deutsche Regierung eine der grundlegenden Bedingungen, um irgendwann einer gemeinsamen europäischen Einlagensicherung zuzustimmen, wie sie die Kommission will.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und viele internationale Bankenaufseher fordern seit langem eine geänderte Einstufung von Staatsanleihen. Auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat dafür schon Sympathie erkennen lassen. (APA/Reuters, 4.2.2016)

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