Neville denkt nach 0:7 nicht an Rücktritt

4. Februar 2016, 15:02
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Laut spanischen Medienberichten könnte der Engländer aber noch am Donnerstag entlassen werden – Rapid-Gegner angeschlagen

Barcelona – Auch nach dem 0:7-Debakel im Cup-Halbfinal-Hinspiel beim FC Barcelona denkt Valencia-Trainer Gary Neville nicht an Rücktritt. Gleich dreimal wurde der 40-jährige Engländer am späten Mittwochabend gefragt, ob er das Handtuch werfen werde. Nevilles einsilbige Antwort lautete: "Nein!" Sein Sportdirektor Suso Garcia Pitarch wollte indes Fragen nach der Zukunft von Neville vorerst nicht beantworten.

"Das war eines der schlimmsten Ergebnisse unserer Geschichte. Wir wissen, was wir zu tun haben in dieser schwierigen Situation", betonte aber Garcia Pitarch. Auch Neville gab zu: "Das war eine meiner schmerzhaftesten Nächte und schlimmsten Erfahrungen im Fußball. Ich werde heute Nacht nicht gut schlafen. Mir gefiel nicht, was ich gesehen hatte. Vor allem die Fans haben so etwas nicht verdient. Wir müssen das jetzt schnellstmöglich wegstecken. Am Sonntag müssen wir abliefern."

Elf sieglose Meisterschaftsspiele

Mit diesem letzten Satz meinte der Ex-Internationale das Match in Sevilla gegen Real Betis, das aber bereits ohne Neville auf der Bank über die Bühne gehen könnte. Spaniens Medien berichteten, dass er noch am Donnerstag entlassen werden sollte. Gegen Betis will Rapids Europa-League-Gegner seine Negativserie von elf sieglosen Meisterschaftsspielen – acht davon seit dem Amtsantritt von Neville Anfang Dezember – endlich beenden.

Das Debakel im Camp-Nou-Stadion war für Valencia die schlimmste Demütigung seit der denkwürdigen 0:7-Niederlage im November 1993 im UEFA-Cup beim Karlsruher SC. Das "Wunder vom Wildpark" hatte bei den Valencianern damals wenig später die Entlassung von Trainer Guus Hiddink zur Folge.

In Barcelona gab es nur für einen Valencia-Spieler Applaus, und der war ironischer Natur: Denis Tscheryschew wurde vom katalanischen Publikum bei seiner Einwechselung gefeiert. "Tscheryschew, wir lieben Dich", riefen die "Barca"-Fans. Der Grund: Der Russe hatte maßgeblichen Anteil daran gehabt, dass Barcelonas Erzrivale Real Madrid aus dem Cup ausgeschlossen worden war. Er hatte sich als Profi der Madrilenen aufstellen lassen, obwohl er gesperrt war. Seit Anfang der Woche kickt er als Leihgabe für Valencia. (APA; 4.2.2016)

  • Gary Neville ist nicht bereit, das Handtuch zu werfen.
    foto: apa/afp/jordan

    Gary Neville ist nicht bereit, das Handtuch zu werfen.

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