Rehabilitation: Die Angst vor Krebs halbieren

4. Februar 2016, 13:32
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Rehabilitationsmaßnahmen halbieren die Häufigkeit von Angstzuständen und Depressionen bei Krebspatienten, heißt es in einer Studie

St. Veit im Pongau/Wien – Fortschritte in der Onkologie sorgen dafür, dass rund 70 Prozent der Krebspatienten nach ihrer Diagnose eine Lebenserwartung von mehr als fünf Jahren haben. Das macht die Rehabilitation umso wichtiger. Laut einer Studie am Vamed-Reha-Zentrum St. Veit im Pongau in Salzburg halbieren solche Maßnahmen die Häufigkeit von Angstzuständen und Depressionen.

Die Experten der Onkologischen Rehabilitation St. Veit im Pongau – eine Einrichtung der Vamed und der Salzburger Landeskliniken – haben eigenen Angaben zufolge erstmals die Wirkung der Rehabilitation untersucht. Schon drei bis vier Wochen Rehabilitation bringen eine "enorme Verbesserung der Lebensqualität", sagt Thomas Licht, Ärztlicher Leiter des Rehazentrums.

Die Mühen der Behandlung

Mit der Studie konnte gezeigt werden, dass die Zahl jener Krebspatienten, die an depressiven Verstimmungen litten, durch die Rehabilitation halbiert werden konnte. Ein ähnlicher Wert ergab sich für die Angst vor einem Rückfall oder neuerlicher Erkrankung. Diese Angstzustände beobachten die Ärzte bei vielen Patienten, oft unabhängig von ihrem tatsächlichen Rückfallrisiko.

Eine weitere häufige Spätfolge von Krebserkrankungen ist die sogenannte Fatigue, also starke Müdigkeits- und Erschöpfungszustände, die sowohl aus der Krankheit als auch aus deren Behandlung resultieren können und oft noch Monate nach der eigentlichen Genesung auftritt. Diese erleben die Patienten als massive Einschränkung ihrer Lebensqualität. Problematisch sind zudem Folgeerscheinungen wie Mundtrockenheit, Schädigungen des peripheren Nervensystems, mangelnde Beweglichkeit und Inkontinenz.

Belastungsspitzen kappen

Thomas Licht zufolge zeigen die Statistiken nach der Rehabilitation "drastische Verbesserungen bei jenen Patienten, die am meisten belastet sind". Das betrifft oft vor allem Frauen nach Brustkrebserkrankungen, die mit einer Veränderung ihres Körperbildes und ihrer Lebensplanung zu kämpfen haben.

Wie das Rehabilitationsprogramm auf die Patienten langfristig wirkt, wird nun weiter erforscht. Für die erste Studie zu den Effekten von Rehabilitation wurden in St. Veit im Pongau bereits Daten von knapp 1.000 Patienten ausgewertet. (APA, 4.2.2016)

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