Niedrige Inflation beschert Deutschen größtes Lohnplus

4. Februar 2016, 10:21
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Hauptgrund für die niedrigen Lebenshaltungskosten ist der Ölpreisverfall

Wiesbaden/Berlin – Die niedrige Inflation hat den Deutschen 2015 das größte Lohnplus seit mindestens sieben Jahren beschert. Die Reallöhne kletterten um 2,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Dies sei der höchste Anstieg seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2008.

2014 hatte es ein Plus von 1,7 Prozent gegeben. Und 2013 waren die Reallöhne sogar leicht gesunken. Damals lag die Inflationsrate noch bei 1,5 Prozent, 2015 jedoch nur bei 0,3 Prozent. Hauptgrund für die niedrigen Lebenshaltungskosten ist der Ölpreisverfall. Die Nominallöhne, bei denen die Veränderungen des Preisniveaus ausgeklammert werden, legten im vorigen Jahr mit 2,8 Prozent etwas stärker zu als 2014. Damals wurden 2,6 Prozent erreicht.

Osten holt auf

"Es zeigt sich, dass vor allem Beschäftigte mit eher durchschnittlichen Verdiensten hohe nominale Zuwächse aufwiesen", teilte eine Statistikerin mit. In den östlichen Bundesländern blieb dabei mehr hängen: Das nominale Plus lag bei 3,9 Prozent, im Westen nur bei 2,5 Prozent: "Da die Durchschnittsverdienste im Osten niedriger sind als im Westen, passt das ins Bild."

Die meisten Experten rechnen auch für dieses Jahr mit einer sehr niedrigen Inflation. Gleichzeitig dürften die Löhne erneut deutlich kräftiger zulegen als die Preise. Für die Tarifrunde 2016 hat sich die IG Metall für eine Lohnforderung in Höhe von 4,5 bis 5,0 Prozent ausgesprochen. Die Metall- und Elektroindustrie ist mit über 3,5 Millionen Beschäftigten die größte Branche, über deren Löhne im laufenden Jahr verhandelt wird. (APA/Reuters, 4.2.2016)

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