Brain schafft mit Mühe Sprung an die Börse

3. Februar 2016, 19:29
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3,61 Millionen Aktien zu je 9,00 Euro zugeteilt – Am Faschingsdienstag erster Handelstag

Frankfurt – Das hessische Biotech-Unternehmen Brain hat trotz heftigen Gegenwinds vom Aktienmarkt den Sprung an die Börse geschafft. 3,61 Millionen Aktien seien zu je 9 Euro – am unteren Rand der Preisspanne – zugeteilt worden, teilte die Firma aus Zwingenberg bei Darmstadt am Mittwochabend mit. Sie nimmt mit dem Börsengang 31,5 Mio. Euro ein.

Die Aktien gingen zum größten Teil an die eigenen Mitarbeiter und an Investoren eines Startup-Fonds, der bereits zuvor bei Brain engagiert war.

Brain ist der erste Börsengang des Jahres in Frankfurt, wo die Papiere am nächsten Dienstag – dem Faschingsdienstag – zum ersten Mal notiert werden.

Die erste Emission aus der Biotech-Branche an einer deutschen Börse seit Wilex 2006 war vom starken Abwärtstrend am Aktienmarkt überschattet worden. Das Unternehmen wird zum Emissionspreis mit knapp 150 Mio. Euro bewertet.

Die Unternehmerfamilie Putsch ("Recaro") aus Kaiserslautern, der Haupteigentümer von Brain, lässt ihre Beteiligung von 50,65 auf unter 50 Prozent rutschen. Sie kassiert mit dem Börsengang maximal eine Million Euro, bleibt aber auf einem Großteil ihrer als Platzierungsreserve bereitgestellten Aktien sitzen. Gut 21 Prozent an Brain sind künftig im Streubesitz. Begleitet wurde die Emission vom Wertpapierhändler Oddo Seydler.

Brain macht Enzyme, Mikroorganismen und andere Wirkstoffe für industrielle Anwendungen in der Chemie-, Kosmetik-, Nahrungsmittel- und Medizinindustrie nutzbar. Aus den Laboren das Unternehmens kommen etwa Enzyme, die Waschmittel auch bei niedrigen Temperaturen wirksam machen.

Im Geschäftsjahr 2014/15 kam Brain bei einer Gesamtleistung von knapp 26 Mio. Euro auf einen operativen Verlust (Ebit) von 4,6 Mio. Euro. (APA/Reuters, 3.2.2016))

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