Ferrari schlingert, Aktie auf Talfahrt

4. Februar 2016, 08:00
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Mit dem Börsengang ist der Sportwagenbauer auf Schleuderkurs geraten. Trotz Rekordgewinns hat die Aktie ein Drittel ihres Werts verloren

Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Ferrari befindet sich auf Talfahrt. Nicht auf der Rennstrecke, sondern am Börsenparkett. Nach Bekanntgabe des Rekordgewinns 2015 von 290 Millionen Euro brachen die Kurse in New York um 13 und in Mailand um 9,5 Prozent auf 33 Euro ein. Gegenüber dem Börsendebüt im Herbst haben die Ferrari-Aktien ein Drittel an Wert eingebüßt.

Die Schweizer UBS Bank argwöhnt, der anfängliche Börsenwert im Herbst sei zu hoch angesetzt worden. Grund für den Kurssturz sind auch überraschend hohe Schulden und die flaue Prognose für 2016. Im Jahr 2015 wies der Rennwagenbauer Schulden von 1,9 Milliarden Euro gegenüber einem Guthaben von 566 Millionen Euro im Jahr davor auf.

Kurssturz für Fiat-Chef "ein Rätsel"

Die Absatz-und Ertragsaussichten für 2016 seien enttäuschend, befanden auch Analysten in Mailand. Der Umsatz wird 2016 mit 2,9 Milliarden Euro erwartet und liegt unter dem Konsensus der Analysten von 2,94 Milliarden. Auch der auf 790 Millionen Euro geschätzte Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liegt mit 770 Millionen Euro unter Prognose. Die Verbindlichkeiten sollten eigentlich auf 1,8 Milliarden Euro sinken, werden aber auf 1,96 Milliarden steigen. Ferrari will heuer 7.900 Fahrzeuge verkaufen (2015: 7.644) und den Absatz bis 2019 auf 9.000 anheben.

Negativ wirkte auch der Wachstumseinbruch in China, aber erst im vierten Quartal. Ohne das gute dritte Quartal wäre es noch schlechter gewesen, meinte Fiat-Chef Sergio Marchionne, dem der Kurssturz trotz "phänomenaler Entwicklung" ein Rätsel ist. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 4.2.2016)

  • Hat ein bisschen an Glanz verloren: Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Ferrari.
    foto: reuters/zmeyev

    Hat ein bisschen an Glanz verloren: Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Ferrari.

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