Explosion kurz nach Start in Mogadischu: Pilot vermutet Bombe

3. Februar 2016, 16:32
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Passagiermaschine landete trotz großen Lochs im Rumpf sicher – Ein Toter

Mogadischu – Der Pilot einer nach einer Explosion an Bord sicher in der somalischen Hauptstadt Mogadischu gelandeten Passagiermaschine hält einen Bombenanschlag für wahrscheinlich. Das sagte der 64-jährige serbische Pilot Vladimir Vodopivec laut einem Bericht der serbischen Zeitung "Blic" vom Mittwoch. US-Regierungsquellen zufolge gehen auch Ermittler von einem Bombenanschlag aus.

Die Explosion ereignete sich am Dienstag kurz nach dem Start des Airbus A321. Ein Mann soll durch die Explosion aus der Maschine geschleudert und getötet worden sein. Davon gingen Experten am Mittwoch aus, wie ein Beamter in Mogadischu erklärte. Die beim Ort Bal'ad rund 30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt aufgeschlagenen Körperteile sollten nun identifiziert werden, sagte er. Nach Polizeiangaben wurden zwei Flugzeuginsassen leicht verletzt.

74 Passagiere an Bord

Die Maschine der Fluggesellschaft Daalo Airlines war in Richtung Dschibuti gestartet. An Bord waren amtlichen Angaben zufolge 74 Passagiere. Die Explosion riss über der rechten Tragfläche ein Loch von rund einem Meter Durchmesser in den Rumpf. An den Lochrändern waren Rußspuren zu sehen. Laut "Blic" sagte Vodopivec einem Freund, er gehe von einer Bombe aus. Glücklicherweise habe die Explosion das Navigationssystem des Flugzeugs nicht beschädigt, sodass er die Maschine sicher landen konnte.

Nach Angaben eines Flughafenvertreters verlief die Notlandung weitgehend glimpflich. Viele Passagiere hätten allerdings einen völlig verängstigten Eindruck gemacht. Auf Videoaufnahmen in sozialen Medien war zu sehen, wie Sauerstoffmasken von der Decke hingen, während Passagiere sich im hinteren Teil des Flugzeugs versammelten und von dort aus Fotos machten. Die Passagiere wurden nach der Notlandung in Sicherheit gebracht, wie die Fluggesellschaft mitteilte.

Der Flughafen von Mogadischu ist wie eine Festung gesichert. Er grenzt an einen Stützpunkt der insgesamt 22.000 Mann starken Truppe der Afrikanischen Union in Somalia (Amisom). Diese unterstützt seit Jahren die schwache somalische Regierung im Kampf gegen die islamistischen Shabaab-Rebellen. Mitte 2011 gelang es den AU-Soldaten, die Rebellen aus Mogadischu und später auch aus anderen Städten zu vertreiben. Die Aufständischen verüben jedoch weiterhin regelmäßig Anschläge in Somalia und in Nachbarstaaten. (APA, 3.2.2016)

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