Universitätenkonferenz gegen Zusammenlegung von Unis

3. Februar 2016, 13:55
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Uniko-Präsidentin Hammerschmid warnt vor einer Zurückstufung einzelner Unis auf "provinzielles Level"

Wien – Wenig abgewinnen kann die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Sonja Hammerschmid, den Überlegungen des neuen Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Antonio Loprieno, die Zahl der 21 österreichischen Universitäten zu reduzieren. In einem Statement an die APA lädt sie Loprieno stattdessen ein, die "Universitätslandschaft mit ihren Besonderheiten näher kennenzulernen".

Die Schweiz mit ihren nur zwölf Unis verfolge die Strategie, "einige Unis ganz stark zu machen", wodurch "andere unausweichlich in die Provinzialität" rücken, hatte Loprieno erklärt. "Die Kernaufgaben aller österreichischen Universitäten in Lehre, Forschung beziehungsweise Erschließung der Künste und wissenschaftlicher Dienstleistung sind zu wichtig, um sie auf ein 'provinzielles Level' zurück zu stufen", hält Hammerschmid dem entgegen. "Sehr wohl müssen wir uns aber in den kommenden zwei Jahren dem Thema des Abgleichs der Studienfächer stellen."

"Spitzenleistung bei privilegierten Institutionen"

Loprieno hatte am Mittwoch der "Presse" gesagt: "Ich denke, dass wirtschaftliche und wissenschaftspolitische Aspekte das System künftig dazu zwingen werden, die Zahl der Unis zu reduzieren, etwa durch Fusionen." Auf die Frage, ob 21 Universitäten in Österreich zu viel seien, erklärte der ehemalige Vorsitzende der Schweizer Rektorenkonferenz: "Von der Perspektive der Schweiz, wo es zwölf größenmäßig überschaubare Unis gibt, finde ich in der Tat 21 Unis ein bisschen viel." Österreich habe die Entscheidung getroffen, in einigen Fällen sehr "fachspezifische" Unis zu gründen. Als Beispiel nannte er die Veterinärmedizinische Universität.

Als dringlichste Aufgabe sah Loprieno die Entscheidung darüber, "ob man eher ein starkes System von ähnlichen Universitäten will oder Spitzenleistung bei einigen privilegierten Institutionen". Im Sinn der "gesellschaftlichen Kohäsion" sei es besser, "alle an einer kleinen Entwicklung teilhaben zu lassen".

Wenn es dagegen rein um die Forschungsleistung gehe, sollte man sich eher auf bestimmte Institutionen konzentrieren. "Der Preis, den das österreichische System für das Gießkannenprinzip zahlt, ist, dass es damit schwierig wird, zur Weltspitze zu gehören. Aber wenn man in die andere Richtung tendiert, privilegiert man gewisse Regionen, stellt bestimmte Fächer über andere und schafft Ungleichheit." (APA, 3.2.2016)

  • Kann Loprienos Idee nichts abgewinnen: Uniko-Präsidentin Sonja Hammerschmid.
    foto: standard/regine hendrich

    Kann Loprienos Idee nichts abgewinnen: Uniko-Präsidentin Sonja Hammerschmid.

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