Deutschland: Student nach IS-Schwur im Internet festgenommen

3. Februar 2016, 12:46
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35-Jähriger Doktorand in Deutschland unter Verdacht – Auch Universität reagiert

Frankfurt am Main – Sympathiebekundungen für die Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) in einem Video haben einen Doktoratstudenten aus dem Raum Darmstadt ins Visier der Ermittlungsbehörden gerückt. Polizisten nahmen den 35-Jährigen Mann am Dienstagabend fest, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Deutschland mitteilten. Es seien "umfangreiche Ermittlungen" gegen ihn eingeleitet worden.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main sagte, dauerten die Vernehmungen des syrischen Staatsbürgers am Mittwoch an. Das Vorgehen der Behörden stützt sich demnach auf mögliche Verstöße gegen das Vereinsgesetz. Das deutsche Innenministerium hatte den IS 2014 verboten, wobei es sich auf die entsprechenden Regeln des Vereinsgesetzes berief. Seitdem ist jegliche Form der Werbung und Unterstützung für den IS in Deutschland verboten.

Flagge gezeigt

Dem Mann wird ferner vorgeworfen, in seinem öffentlichen Profil in einem großen sozialen Netzwerk eine Flagge des IS gezeigt zu haben. Auch das ist nicht erlaubt.

Nach Angaben der Polizei und der Staatsanwaltschaft bekundete der Beschuldigte aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg in dem bereits am 7. Jänner in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video "Sympathie für den Islamischen Staat" und erläuterte darin, warum er diesen unterstützt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge wurde in diesem Zusammenhang unter anderem auch die Wohnung des Stundenten und sein Büro an der Technischen Universität (TU) Darmstadt durchsucht. Dabei seien sein Mobiltelefon und Speichermedien gesichert worden.

Der Mann schreibt nach Behördenangaben derzeit seine Doktorarbeit an der TU und ist dort als Doktoratstudent eingeschrieben. Nach dem Bekanntwerden des Videos hatte die Hochschule bereits am Dienstag das Betreuungsverhältnis zu ihm beendet und Schritte eingeleitet, um ihm den Zugang zu Büros und Kommunikationsmitteln zu verwehren. (APA, 3.2.2016)

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