Polizei räumte Romalager im Norden von Paris

3. Februar 2016, 12:12
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Die Ansammlung von 135 Hütten wurde geräumt, 80 Menschen wurden umgesiedelt. Kritik kommt von Ärzteorganisationen

Paris – Die französische Polizei hat ein ungenehmigtes Barackenlager von Roma am Pariser Stadtrand aufgelöst. In der Ansammlung von 135 Hütten auf einer stillgelegten Bahnstrecke im Norden der Hauptstadt hätten alarmierende hygienische Bedingungen geherrscht, teilte die Präfektur am Mittwoch mit.

80 Bewohner hätten es akzeptiert, in vom Staat vorgeschlagene Unterkünfte gebracht zu werden. Die Räumung sei ruhig verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Nach französischen Medienberichten hatten viele der zeitweise bis zu 400 Bewohner das Lager wegen der drohenden Räumung schon verlassen.

Kritik von Ärzten

Die Hilfsorganisation Medecins du Monde kritisierte auf Twitter, die Räumung verschlechtere die Gesundheitssituation und stigmatisiere die Roma. Amnesty International hatte im Vorfeld erklärt, die in Frankreich seit 25 Jahren geführte Politik der Zwangsräumung solcher Barackensiedlungen sei unwirksam und teuer. Weil die Betroffenen oft nur kurz untergebracht würden, entstünden später wieder neue Lager. (APA, 3.2.2016)

  • Die Polizei räumte am Mittwoch ein Roma-Dorf in Paris.
    foto: reuters/gonzalo fuentes

    Die Polizei räumte am Mittwoch ein Roma-Dorf in Paris.

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