Äthiopien: Biologen entdecken bisher unbekannte Löwenpopulation

2. Februar 2016, 18:21
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Im Alatash National Park an der Grenze zum Sudan – Forscher vermuten bis zu 200 Exemplare in der abgelegenen Gegend

Addis Abeba – Vermutungen über ihre Existenz gab es bereits länger, doch dass es tatsächlich Löwen im abgelegenen Alatash National Park im Nordwesten Äthiopiens gibt, konnte nie bewiesen werden – zumindest bis jetzt. Nun nämlich haben britische Wissenschafter von der University of Oxford in der Region an der Grenze zum Sudan im Rahmen einer Expedition sogar eine überraschend große Population entdeckt. 50 Exemplare dürften den Nationalpark bewohnen, schätzen die Forscher.

"Während meiner gesamten beruflichen Karriere musste ich eine Population nach der anderen von der Landkarte streichen. Dies ist das erste und wahrscheinlich auch das letzte Mal, dass ich eine neue hinzufügen darf", erklärt Expeditionsleiter Hans Bauer.

Die Löwen müssten demnach auch jenseits der Grenze im sudanesischen Nationalpark Dinder beheimatet sein. Im Sudan galten Löwen bisher eigentlich als ausgestorben. Der Gesamtbestand auf beiden Seiten der Grenze soll sich Schätzungen der Forscher zufolge auf bis zu 200 Tiere belaufen. Die Biologen konnten die Löwen in der abgeschiedenen und kaum besiedelten Region mit Kamerafallen fotografieren und fanden auch Pfotenabdrücke.

Löwenbestände gehen rapide zurück

"Da die Zahl der Löwen in den meisten Teilen des afrikanischen Kontinents stark zurückgeht, ist die Entdeckung einer bisher unbekannten Population sehr bedeutend", sagte der Leiter der Tierschutzorganisation Born Free, Adam Roberts, am Montag. Die britische Organisation unterstützte nach eigenen Angaben die Expedition. Löwen gelten international als gefährdete Tierart. Seit 1993 ist ihr Bestand der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) zufolge um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. (red, APA, 2.2.2016)

  • Anhand von Kamerafallen und Pfotenabdrücken konnten die britischen Forscher die zuvor unbekannte Löwenpopulation nachweisen.
    foto: wildlife conservation research unit (wildcru)

    Anhand von Kamerafallen und Pfotenabdrücken konnten die britischen Forscher die zuvor unbekannte Löwenpopulation nachweisen.

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