Rares Aper-Bier: Festmärzen aus dem Innviertel

Kolumne11. Februar 2016, 10:17
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Alle reden von Craft-Bier, kaum mehr einer vom Märzen – außer sieben Innviertler Braumeister

Dass viele Köche den Brei verderben würden, ist ein altes Vorurteil. Auf Brauer angewendet, scheint es nicht zu stimmen – gerade in jüngster Zeit gibt es ja etliche "Collaboration Brews", bei denen sich mehrere Braumeister am Sudkessel zusammenfinden, um ein gemeinsames Rezept zu brauen.

Meist wird es dann ein besonders bitteres, besonders starkes, besonders dunkles oder in sonst eine extreme Richtung tendierendes Craft-Bier.

Aper-Märzen

Anders ist das im Innviertel, das sich in den vergangenen Jahren (auch in freundlichem Wettbewerb zum Mühlviertel, das sich gern als "Bierviertel" präsentiert) als Bierregion zu etablieren versucht: Die Braumeister der sieben gemeinsam auftretenden Brauereien haben sich in die Versuchsbrauerei der Rieder Brauereigenossenschaft zurückgezogen, ein Rezept für ein klassisches Festmärzen geschrieben und dann eine kleine Menge davon – mehr als 280 Liter gibt die Anlage nicht her – gebraut.

Mit ihrem Aper-Märzen sind die Brauer an die Wurzeln des Märzenbieres zurückgekehrt, also zu den stärkeren Bieren, die man seinerzeit im März gebraut und in möglichst kalten Kellern für den sommerlichen Trinkgenuss gelagert hat. Diese Biere haben mit dem, was man heute im Supermarkt als Märzen kaufen kann, nur den Namen gemeinsam. Zu kosten gibt es das rare Aper-Märzen beim Innviertler Biermärz. (Conrad Seidl, RONDO, 5.2.2016)

  • Das Aper-Märzen.
    foto: bierregion innviertel

    Das Aper-Märzen.

  • Die Vertreter der sieben Privatbrauereien in der  Brauerei Ried (v. l.): Hans Hofer (Trappistenbierbrauerei Engelszell, Engelhartszell), Wolfgang Vitzthum (Brauerei Vitzthum, Uttendorf), Josef Niklas (Brauerei Ried), Magdalena Beham (Brauerei Baumgartner, Schärding), Helmut Bogner (Hausbrauerei Bogner, Braunau), Matthias Schnaitl (Brauerei Schnaitl, Gundertshausen) und Claus Wurmhöringer (Brauerei Wurmhöringer, Altheim).
    foto: lothar prokop

    Die Vertreter der sieben Privatbrauereien in der Brauerei Ried (v. l.): Hans Hofer (Trappistenbierbrauerei Engelszell, Engelhartszell), Wolfgang Vitzthum (Brauerei Vitzthum, Uttendorf), Josef Niklas (Brauerei Ried), Magdalena Beham (Brauerei Baumgartner, Schärding), Helmut Bogner (Hausbrauerei Bogner, Braunau), Matthias Schnaitl (Brauerei Schnaitl, Gundertshausen) und Claus Wurmhöringer (Brauerei Wurmhöringer, Altheim).

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