"Ant Simulator" eingestellt: Entwickler sollen Geld für Stripper ausgegeben haben

3. Februar 2016, 09:58
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Projektleiter erhebt schwere Anschuldigungen, die Betroffenen dementieren die Aussagen

Es gibt heftige Turbulenzen bei der Indie-Produktion "Ant Simulator". Das Crossover aus Ameisensimulaton und Survival-Game ist überraschend eingestellt worden. Grund ist ein nunmehr öffentlich ausgetragener Streit zwischen Projektleiter Eric Tereshinski und seinen Partnern, die gegenseitig mit schweren Anschuldigungen auffahren.

Schwere Anschuldigungen

Das Aus für das Spiel verkündete Tereshinski in einem vierminütigen Youtube-Clip. Seine Partner und langjährigen Freunde sollen große Teile des Budgets abgezweigt und für Alkohol, Barbesuche und Stripper ausgegeben haben. Da ihm diese mit Klage gedroht hätten, sollte der das Spiel alleine veröffentlichen, müsse er aufgrund der vertraglichen Situation die Entwicklung einstellen.

Er sei auch gezwungen, alle Videos zu "Ant Simulator" und andere Inhalte aus der gemeinsamen Zeit von seinem Youtube-Account zu entfernen. Das betreffe auch Tutorial-Videos zur Spieleentwicklung, die über Kickstarter finanziert worden seien. Er will in Zukunft misstrauischer vorgehen, aber weiterhin Spiele machen. Alle Vorbesteller sollen in Kürze eine E-Mail mit weiteren Details zur Rückerstattung des Kaufpreises erhalten.

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Ausgaben für Essen sollen "vernünftig" gewesen sein

Seine einstigen Partner, Tyler Monce und Devon Staley, präsentieren gegenüber Game Informer eine ganz andere Darstellung. Das Budget beinhalte zwar Ausgaben für Restaurants und Bars, allerdings in einem "sehr vernünftigen" Rahmen, wie es auch bei anderen Games-Herstellern der Fall sei. Alles sei der US-Steuerbehörde auch korrekt gemeldet worden.

Die beiden hatten zusammen 5.000 Dollar in das gemeinsam mit Tereshinski gegründete Unternehmen Eteeski LLC eingebracht, ein Anteil, der höher sein soll als der von Tereshinski selbst. Das Bild der betrügerischen Verschwender, das dieser zeichne, sei "zu 100 Prozent Blödsinn". Weil die Finanzen stets offen lagen, habe es auch gar keinen Spielraum für so ein Vorgehen gegeben.

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Tereshinski soll Projekt an sich gerissen haben

Im Gegenzug werfen sie Tereshinski vor, sich immer mehr Kontrolle angeeignet zu haben. Bis November 2015 habe die Partnerschaft gut funktioniert, dann habe Tereshinski unabgesprochen die Firmenkonten geschlossen und sich auch den alleinigen Zugriff auf die Website, Social-Media-Auftritte und physisches Firmeneigentum gesichert. Zu dieser Zeit habe "Ant Simulator" gerade massiv an Popularität gewonnen.

Sie hatten gefürchtet, Tereshinski wolle sie ausbooten und hätten ihm lediglich klar gemacht, dass sie dies nicht zulassen würden. Im Gegensatz zu seinen Aussagen hätte er das Game auch nicht alleine entwickeln sollen. Am Firmenkonto wären auch Geldmittel für acht bis neun freie Arbeitnehmer gelagert gewesen. Diese hatten etwa 3D-Modelle und andere grafische Elemente beigesteuert, auch ein Programmierer sei darunter gewesen.

Monce und Staley vermuten, dass sich Tereshinski mit seinen Behauptungen selbst profilieren und das Scheitern von "Ant Simulator" anderen anlasten wolle. Sie wollen nun juristisch gegen ihren einstigen Partner vorgehen. (gpi, 3.2.2016)

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