Drei Ansätze zur Alzheimer-Früherkennung

2. Februar 2016, 13:22
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Morbus Alzheimer ist eine fortschreitende Erkrankung, die bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten der eigentlichen Symptome beginnt – Neue Ansätze sollen die Früherkennung verbessern

Eine frühe Diagnose von Alzheimer wäre wichtig: Denn je früher Bewegungs, Ernährungs- und Gedächtnisleistungsprogramme einsetzen, desto eher lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Das Problem: Mit Früherkennungstests kann derzeit noch keine seriöse Diagnose gestellt werden. "Es besteht das Risiko falscher positiver Befunde", wie etwa die Neurologin Elisabeth Stögmann von der MedUni Wien betont.

Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) in Deutschland will diesen Zustand ändern und fördert nun drei Forscher, die neue, zuverlässige Diagnoseverfahren entwickeln sollen.

Risikopatienten mit Algorithmen identifizieren

Michael Ewers von Ludwig-Maximilians-Universität in München arbeitet an Algorithmen zur Frühdiagnose von Morbus Alzheimer. Sein Ansatz: Einzelne Testergebnisse von bildgebenden Verfahren über neuropsychologischen bis hin zu genetischen Untersuchungen ergeben erst in der Zusammenschau ein möglichst vollständiges (Krankheits-)Bild.

Der Forscher will ein vollautomatisiertes computergestütztes Verfahren entwickeln, um ein Risikoprofil der Alzheimer-Krankheit unter Verwendung möglichst weniger, aber aussagekräftiger Tests zu erstellen. Das Projekt soll Ärzten ermöglichen, das Risiko der Alzheimer-Krankheit bei älteren Personen zu erkennen, um so Risikopatienten möglichst frühzeitig identifizieren zu können.

Frühdiagnose über Magnetresonanztomographie

Klaus Scheffler vom Max Planck Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und Andrew Webb vom Leiden University Medical Center in den Niederlande sehen in der Magnetresonanztomographie (MRT), eine Möglichkeit zur Alzheimer-Frühdiagnostik. Bislang diente das Verfahren primär als Nachweis einer bereits fortgeschrittenen Alzheimer-Erkrankung. Die beiden Forscher möchten nun mit ultrahohen Magnetfeldstärken (9.4 Tesla) arbeiten, die auch feinste Veränderungen, wie die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques, sichtbar machen sollen.

Biomarker für Bluttest aufspüren

Andreas Keller von der Universität des Saarlandes fahndet nach Biomarkern. Das sind messbare, natürliche Merkmale im Körper, die auf eine Krankheit hinweisen können. Bisher konnte Keller zwölf Biomarker-Kandidaten im Blut von Alzheimer Patienten identifizieren. Mit Hilfe dieser Biomarker konnte er bereits bei einer kleinen Patientengruppe erfolgreich die Alzheimer-Krankheit nachweisen. (red, 2.2.2016)

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