ORF-Stiftungsrätin Hauft vor Ablöse: "Falsches Signal"

2. Februar 2016, 16:21
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Franz Küberl warnt vor "Gesetzesbruch"

Wien – Die von ÖVP und FPÖ geplante Ablöse der oberösterreichischen ORF-Stiftungsrätin Margit Hauft stößt auf mehrfache Kritik. Dass innerhalb weniger Wochen zwei weibliche Stiftungsräte durch Männer ersetzt würden, sei "ein falsches Signal", sagt die ORF-Gleichstellungsbeauftragte Katia Rössner. Erst im November setzte der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) seinen Vertrauten Martin Ivancsics an die Stelle von Brigitte Kulovits-Rupp.

Es sei "schwer nachzuvollziehen, dass der ORF einerseits für seine Gleichstellungsarbeit große Akzeptanz genießt, 'Mann‘ andererseits im ORF-Aufsichtsratsgremium einen gegenteiligen Weg einschlägt", sagt Rössner, die "an die männlichen Vertreter im Stiftungsrat" appelliert, den ORF-Gleichstellungsplan mitzutragen.

Küberl warnt vor "Gesetzesbruch"

Für den unabhängigen ORF-Stiftungsrat und Caritas-Direktor Franz Küberl ist es "unverständlich", dass mit Hauft eine engagierte, unabhängige Persönlichkeit entfernt werden solle, wie er Kathpress sagt. Wenn das damit begründet werde, die frühere Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs sei "schwer lenkbar", rieche das für ihn nach "Gesetzesbruch", sagt Küberl. Laut ORF-Gesetz seien Stiftungsräte ausschließlich dem Wohl des ORF verpflichtet.

Vom oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer ist Küberl enttäuscht, weil jener durch das Regierungsübereinkommen mit der FPÖ offenbar zu Kompromissen gezwungen sei. Über Haufts Nachfolger herrscht striktes Stillschweigen, STANDARD-Infos zufolge soll es jedenfalls ein der FPÖ freundlich gesinnter ÖVP-Mann sein. (prie, APA, 2.2.2016)

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