Sanofi will Impfstoff gegen Zika-Virus entwickeln

2. Februar 2016, 12:23
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Der Pharmakonzern Sanofi hofft, Erkenntnisse aus der erst kürzlich zugelassenen Vakzine gegen Denguefieber nutzen zu können

Paris/London – Als einer der ersten großen Pharmakonzerne hat Sanofi ein Projekt zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Zika-Virus gestartet. Der Sparte Sanofi Pasteur baue dabei auf ihre bei anderen Impfstoffen gesammelte Erfahrung gegen ähnliche Virus-Arten wie etwa Gelbfieber und Denguefieber, teilte das französische Unternehmen am Dienstag mit.

Am Abend zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, weil sich der durch Mücken übertragene Krankheitserreger vor allem in Süd- und Mittelamerika rasant ausbreitet. In Brasilien werden Tausende Missbildungen bei Neugeborenen mit Zika in Verbindung gebracht. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht.

Vom Denguefieber lernen

Sanofi hofft, Erkenntnisse aus dem erst vor kurzem zugelassenen Impfstoff gegen Denguefieber übertragen zu können. Dem Unternehmen zufolge können mit dem Dengue-Impfstoff Personen im Alter von neun bis 45 Jahren gegen alle vier Serotypen geimpft werden. Allerdings sei er kostspielig und der Nachweis, ob er gegen alle Dengue-Serotypen gleich gut wirke, noch nicht erbracht, wie Kritiker betonen.

Bis jetzt haben lediglich kleinere Biotech-Firmen und Forschungseinrichtungen konkrete Pläne zur Entwicklung eines Impfschutzes gegen das für Schwangere als gefährlich geltende Zika-Virus. Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline kündigte an, ein entsprechendes Projekt zu prüfen.

Typische Symptome einer Zika-Infektion sind leichtes Fieber und ein Hautausschlag, ähnlich wie bei einer Infektion mit dem Dengue-Virus. Etwa vier Fünftel der Betroffenen zeigt allerdings gar keine Symptome. Zika steht jedoch im Verdacht, bei Neugeborenen schwere Missbildungen zu verursachen. Aus Brasilien wurden inzwischen rund 4.000 mutmaßliche Fälle der sogenannten Mikrozephalie gemeldet.

Langfristiger Plan gefordert

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hält die Bekämpfung des Zika-Virus mit einem langfristigen Plan für nötig. "Statt allein auf die einzelnen Ausbrüche zu reagieren, muss in ein langfristiges integriertes Programm investiert werden", sagte der IFRC-Direktor für Nord- und Südamerika, Walter Cotte, am Dienstag in Genf. Die Bevölkerung müsse mehr über die Gefahren lernen, die sanitären Verhältnisse sollten verbessert, die Brutstätten für die das Virus übertragenden Moskitos eingedämmt werden.

Das IFRC startete einen Hilfsaufruf über 2,3 Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro). Das Geld soll die Rot-Kreuz-Organisationen in den betroffenen Ländern im Kampf gegen Zika unterstützen. (APA, Reuters, red, 2.2.2016)

  • Gegen das Dengue-Virus wurde kürzlich eine Impfung zugelassen. Wie gut sie tatsächlich wirkt, sei allerdings noch unklar.
    foto: apa/dpa/julian stratenschulte

    Gegen das Dengue-Virus wurde kürzlich eine Impfung zugelassen. Wie gut sie tatsächlich wirkt, sei allerdings noch unklar.

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