Cyberbetrug bei FACC: Aktionäre fordern Konsequenzen

2. Februar 2016, 12:05
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Rasinger: "Das schließt auch personelle Konsequenzen mit ein" – Zeitung: Ablöse von Finanzchefin zu erwarten

Ried im Innkreis – Nachdem der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC durch einen Betrug 50 Mio. Euro Schaden erlitten haben dürfte, fordern Aktionäre Aufklärung. "Das schließt auch personelle Konsequenzen mit ein", sagte Anlegervertreter Wilhelm Rasinger im "WirtschaftsBlatt" (Dienstag-Ausgabe). Der Aufsichtsrat tagt am Dienstag. Laut dem Artikel würden Insider die Ablöse von Finanzvorständin Minfen Gu erwarten.

Am 20. Jänner hatte FACC über den Betrug informiert, zu Details hielt sich das mehrheitlich in chinesischem Besitz stehende Unternehmen aber unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft bisher bedeckt. Bekannt ist nur, dass die Finanzabteilung betroffen und das Geld unter anderem auf Konten in Asien und eines in der Slowakei überwiesen sein soll – offenbar nach fingierten E-Mails. Medien spekulieren, dass sich der Täter als Vorgesetzter ausgegeben und so die Transaktionen veranlasst haben könnte.

Unzufrieden

Rasinger ist mit der derzeitigen Informationspolitik jedenfalls alles andere als zufrieden: "FACC agiert eher wie ein technikergeführtes KMU als ein börsenotiertes Unternehmen. Die Verantwortlichen sind sich anscheinend nicht der Größe und Bedeutung ihres Unternehmens bewusst", kritisiert er und verlangt, "dass die Sache aufgearbeitet und die Öffentlichkeit informiert wird".

Sollte das Management keine Vorkehrungen gegen Cyber-Kriminalität getroffen haben, könnte der Fall sogar strafrechtliche Relevanz haben, betonte Rasinger. "Da fragt man sich schon, wie das Unternehmen im Finanzbereich aufgestellt ist und wo das Leck war. Die Verantwortung liegt hier beim Finanzchef."

Friedrich Huemer, Vorstandschef des börsenotierten Autozulieferers Polytec und FACC-Aktionär, schließt sich der Forderung nach Aufklärung an: Es müsse neben der "offensichtlich großen kriminellen Energie von außen" auch intern zu Unregelmäßigkeiten oder grob fahrlässigem Verhalten gekommen sein, vermutet er angesichts des hohen Schadens. "Die Verantwortlichen sollten umgehend zurücktreten oder abberufen werden", fordert Huemer. Sollte es zu einer Klage der Aktionäre kommen, würde er sich ihr aus heutiger Sicht anschließen. (APA, 2.2.2016)

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