Bevölkerungsstand neu: 8,7 Millionen leben in Österreich

2. Februar 2016, 13:00
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Plus von 115.000 Menschen geht vor allem auf Staatsbürger Syriens, Afghanistans, des Irak, Rumäniens, Ungarns und Deutschlands zurück – Größter Zuwachs in Wien

foto: michael matzenberger
In Wien leben Menschen aus 181 Staaten.

Wien – Zu Jahresbeginn 2016 lebten knapp 8,7 Millionen Menschen in Österreich. Die Veränderung der Wohnbevölkerung entspricht einem Plus von rund 115.000 Personen oder 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresstand. Das deutlichste Wachstum entfiel auf die Bundeshauptstadt Wien, in der nun 1,84 Millionen Menschen leben. Das sind Ergebnisse der vorläufigen Bevölkerungserhebung der Statistik Austria.

Der österreichweite Zuwachs beträgt ziemlich genau das Anderthalbfache des Saldos im Jahr 2014 mit 77.000 Personen. Dabei zeigen sich im Bundesländervergleich klare Unterschiede, die sich innerhalb der Länder auch in den Bezirken fortsetzen. Am stärksten stieg der Bevölkerungsstand in Wien (plus 2,4 Prozent oder 43.236 Personen), Tirol (plus 1,4 Prozent oder 10.176 Personen) und Vorarlberg (plus 1,4 Prozent oder 5.481 Personen).

Die geringsten Zuwächse verzeichneten Kärnten (plus 0,5 Prozent oder 2.659 Personen), die Steiermark (plus 0,8 Prozent oder 10.295 Personen) und das Burgenland (plus 0,9 Prozent oder 2.667 Personen).

Zuwächse in Ballungsräumen

Vor allem die schon bestehenden Ballungszentren gewannen weiter stark an Einwohnern. Eisenstadt (plus 4,2 Prozent) und Innsbruck (plus 3,1 Prozent) wuchsen relativ noch stärker als Wien, auch Graz (plus 2,2 Prozent), Bruck an der Leitha (plus 2,1 Prozent) und Wiener Neustadt (plus 2,0 Prozent) verzeichneten einen überdurchschnittlichen Anstieg. Die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz überstieg mit einem Plus von 1,7 Prozent die 200.000-Einwohner-Marke.

Auf der anderen Seite gab es in einigen eher peripheren Regionen sogar ein Bevölkerungsminus – in Kärnten betraf das die Bezirke Hermagor, Spittal an der Drau und Wolfsberg, in Niederösterreich Zwettl (je minus 0,2 Prozent), in der Steiermark Murau (minus 0,4 Prozent) sowie Bruck/Mürzzuschlag (minus 0,5 Prozent) und im Burgenland Rust (minus 0,9 Prozent).

Syrer mit größtem Anteil bei neuen Bewohnern

Der Anteil der österreichischen Staatsbürger blieb mit einer Negativdifferenz von 6.675 Personen oder 0,1 Prozent nahezu unverändert, der Anteil der Nichtösterreicher erhöhte sich hingegen um rund 121.000 auf 1.267.000 Personen. Der Ausländeranteil stieg somit von 13,3 auf 14,6 Prozent, wobei jeweils etwa die Hälfte aus EU- und Nicht-EU-Staaten stammt – 48,7 Prozent der Ausländer waren zu Jahresbeginn Bürger der Union.

Der größte Zuwachs ist auf Flüchtlinge und Migranten vor allem aus dem Nahen Osten und Zuwanderer aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten zurückzuführen. Mit 21.806 Meldungen stammte mehr als jeder sechste der neu in Österreich wohnenden Ausländer aus Syrien. Die Zahl der Syrer im Land verdreifachte sich damit innerhalb eines Jahres auf 33.061 Personen.

Dahinter folgen Staatsbürger Afghanistans (plus 18.329 auf 35.108 Personen), des Irak (plus 10.039 auf 13.912 Personen), Rumäniens (plus 9.597 auf 73.374 Personen), Ungarns (plus 8.669 auf 63.608 Personen) und Deutschlands (plus 6.042 auf 170.475 Personen).

Die verstärkten Flucht- und Migrationsbewegungen ab der Jahresmitte lassen sich auch im zeitlichen Bevölkerungstrend ablesen. Die wachstumsstärksten Quartale im Vorjahr waren das dritte und das vierte mit Anstiegen von 38.790 respektive 38.443 Personen. Im ersten Quartal wurden 17.101 neue Bewohner gezählt, im zweiten 20.467.

Vor allem die Zahlen vom Jahresende können sich bis zur Berechnung des endgültigen Bevölkerungsstandes im Juni durch Berichtigungen noch ändern. Dann werden auch die genauen Saldi aus Geburten und Sterbefällen beziehungsweise Zu- und Abwanderung verfügbar sein. Die Zählung geht auf Daten aus dem Zentralen Melderegister zurück. In den vorläufigen Ergebnissen sind laut Statistik Austria "Bereinigungen auf Basis der für den Finanzausgleich jährlich zu ermittelnden Einwohnerzahl bereits berücksichtigt, nicht jedoch die Mindestaufenthaltsdauer in Österreich von drei Monaten". (Michael Matzenberger, 2.2.2016)

Detailanalyse für Wien auf Seite 2:

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