Pensionen: Reformen – ohne Hysterie

Kommentar1. Februar 2016, 17:39
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Ressourcen werden vergeudet und Menschen unglücklich gemacht

Das gab es ewig nicht mehr: Der Zuschuss aus Steuergeld für die Pensionen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken – unter anderem deshalb, weil etwas passiert ist, was so viele Kritiker der Regierung partout absprechen. Ja, es gab Reformen, und manche wirken sogar.

Sind weitere Pensionsreformen, wie sie SPÖ und ÖVP entzweien, deshalb überflüssig? Nein. Die Ausgaben für das Pensionssystem sind ja nicht nur in den vergangenen Jahren beträchtlich angeschwollen, sondern werden auch in Zukunft wieder steigen. Seriöserweise muss man jene Einsparungen gegenrechnen, die sich aus den auslaufenden Beamtenpensionen ergeben. Doch auch dann wartet laut Prognosen ein zwar bewältigbares, aber angesichts labiler Wirtschaftslage nicht zu vernachlässigendes Kostenplus.

Außerdem gibt es Missstände, die unabhängig von der Kostenfrage beseitigt gehören. Wenn Arbeitnehmer trotz steigender Lebenserwartung mit Mitte 50 so am Ende sind, dass sie nicht mehr arbeiten können, von Arbeitgebern routinemäßig in den ehestmöglichen Ruhestand geschickt werden oder in der Frühpension selbst die einzige Lebenserfüllung sehen, krankt etwas im System. Da werden Ressourcen vergeudet und Menschen unglücklich gemacht.

Diesen und anderen Problemen sollen sich Politiker und Experten widmen – aber bitte ohne hysterische Propaganda, die dem Pensionssystem ständig den baldigen Zusammenbruch prophezeit. (Gerald John, 1.2.2016)

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