Mancini sorgt mit Stinkefinger für Eklat

1. Februar 2016, 13:32
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Inter-Coach entschuldigt sich nach Mailand-Derby via Twitter: "Hätte mir nicht passieren dürfen"

Mailand – Inter-Trainer Roberto Mancini hat am Sonntagabend in der italienischen Serie A für einen Eklat gesorgt. Nach einem Verweis auf die Tribüne im Mailänder Derby gegen den AC Milan ließ er sich zu einer obszönen Geste in Richtung der Fans des Gegners hinreißen. Nach dem Spiel wetterte er gegen die Schiedsrichter und legte sich mit einer TV-Journalistin an. Vom Sportgericht der Liga wurde der Trainer für ein Spiel gesperrt und muss zudem eine Strafe von 5.000 Euro zahlen.

Weniger die 0:3-Niederlage gegen den Stadtrivalen, als vielmehr die Leistung des Schiedsrichters, brachte Mancini im Spitzenspiel auf die Palme. "Wahrscheinlich kennt der Schiedsrichter die Regeln nicht. Sie waren die Schlechtesten auf dem Feld. Ein Desaster", ärgerte sich Mancini. Der Inter-Coach sah seine Mannschaft bereits in der ersten Hälfte klar benachteiligt. Nach einem – aus seiner Sicht – Foul vom letzten Mann – hatte er vehement eine Rote Karte für Milan gefordert.

Nach einer erneuten Diskussion schickte Schiedsrichter Damato den Trainer in der 50. Minute gar auf die Tribüne. Auf dem Weg dorthin verlor Mancini dann völlig die Nerven. Wie TV-Bilder zeigen, soll er Milan-Fans den Mittelfinger gezeigt haben. Dies gab der Trainer der Nerazzurri auch zu, noch in der Nacht schrieb er dazu auf Twitter: "Ich entschuldige mich für diese Geste, das hätte mir nicht passieren dürfen."

Weniger reumütig zeigte sich Mancini hingegen im TV-Interview nach dem Spiel. Angesprochen auf den verschossenen Elfmeter von Inter-Stürmer Mauro Icardi beim Stand von 0:1, legte sich der Italiener mit einer Reporterin des Fernsehsenders Mediaset an. Mancini hatte Icardi zuletzt scharf kritisiert, im Interview wollte er davon aber nichts wissen. "Ihr wollt immer alles polemisieren. Wenn du in so einem Moment eine solche Chance nicht verwertest, dann verliert ein Team einfach das Selbstvertrauen."

Inter war zuletzt in der Serie A in die Krise geraten. Aus den vergangenen sechs Spielen gab es nur einen Sieg. Stand man zu Weihnachten noch an der Tabellenspitze, sind die Mailänder inzwischen auf den vierten Platz zurückgefallen. Auf Spitzenreiter Napoli fehlen bereits neun Punkte. Beim AC Milan herrschte nach dem Sieg hingegen große Genugtuung. "Dieser Abend war der beste in meiner bisherigen Trainerkarriere", jubelte Coach Sinisa Mihajlovic. "Jeder verdient eine Nacht wie diese. Der Präsident, der Club, die Spieler und die Fans." Nach dem Derby-Sieg liegt Milan auf Platz sechs in der Tabelle, fünf Punkte hinter Inter. (APA, 1.2.2016)

  • Böser Bube: Roberto Mancini.
    foto: reuters/rellandini

    Böser Bube: Roberto Mancini.

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