Der Faltenrock: Es lebe die Falte!

Kolumne3. Februar 2016, 07:00
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Der Faltenrock erlebt ein Comeback. Vielleicht auch, weil er sich dem faltenfreien Schönheitsideal widersetzt

Irgendwie macht dieser Trend Hoffnung. Der Faltenrock, eigentlich als trutschiges Relikt der Fünfzigerjahre verschrien, ist zurück. Zurecht, der Faltenrock kann viel mehr als sich nur brav gefältelt um die Hüften zu legen.

An ihm gibt es noch ganz andere Seiten zu entdecken: Er widersetzt sich als Gegenentwurf zu den Skinny-Jeans, die in den Kniekehlen das Blut abschnüren, den absurden Diktaten der Schönheitsindustrie. Man könnte behaupten: Mit seinen selbstbewusst zur Schau getragenen Falten legt er sich mit unserem allzu glatten Schönheitsideal an.

foto: apa/epa/ian langsdon

Die Falten, tief in den Stoff eingegraben, stehen nämlich im Widerspruch zum meist faltenfreien Obenrum. Die plissierten, oft überknielangen Röcke wippen wahrscheinlich deshalb durch die Magazine, die Streetstyleblogs und über so manchen roten Teppich, weil obenrum Tristesse herrscht: Wangen, Augenlider, Dekolleté können an Frauen nicht straff, nicht prall, nicht glatt genug sein.

Weekend muse Hanne Gaby and Dior, applause to #RafSimons @dior @hannegabysees #hannegabyodiele #parisfashionweek

Ein von Sandra Semburg (@sandrasemburg) gepostetes Foto am

Damit der Faltenrock nun aber nicht nach Käseigel und Toast Hawai aussieht, schimmert er in letzter Zeit oft glamourös und wird mit lockeren Sweatern statt mit Schluppenblusen kombiniert. Oft lässt er sogar Einblicke zu. So wie der wahrscheinlich bekannteste plissierte Rock der Filmgeschichte, der eigentlich ein Kleid war. Marilyn Monroe zeigte, dass Falten fliegen können – und wie!

justin sluss

Das führte auch Debbie Reynolds vor, die 1952 in einem Strickmodell in Technicolor zu "Singin' in the Rain" performte. Merke: Der Faltenrock blüht erst so richtig auf, wenn er in Bewegung ist. (Anne Feldkamp, 3.2.2016)


Eine Auswahl aktueller Modelle

foto: guess
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