MRT-Unfall: Was in Wirklichkeit passierte

1. Februar 2016, 12:54
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Der Unfall in einer Osnabrücker Klinik fand nicht bei einer MRT-Untersuchung, sondern unter einer Gamma-Kamera statt

Für Menschen mit Platzangst ist eine Untersuchung in der engen MRT-Röhre eine Herausforderung. Die Meldung, eine 77-Jährige Frau sei in der Osnabrücker Paracelsus-Klinik dort erdrückt worden, war wie eine Bestätigung dieser Urangst.

Indes: Die Meldung war nicht richtig. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) nun präzisiert, ist die Frau von einer herabfallenden Gamma-Kamera erschlagen worden. "Bei der Gamma-Kamera handelt es ich nicht um eine klassische Röhre, in die ein Patient hineingeschoben wird", präzisierte Klinik-Sprecherin Simone Hoffmann in der NOZ.

Beobachtungstool

Es ist eine Langzeitkamera zur Untersuchung von Weichteilen und zur Beobachtung von pathologischen Veränderungen. Das Gerät hängt über den Patienten in einer Halterung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnbrück riss bei der Untersuchung am 21.1. eine Zughilfe in Form einer Kette. Die Frau wurde eingeklemmt, sie starb drei Tage später.

Richtig ist, dass so wie MRTs, Gamma-Kameras oft in der Abteilung für Nuklearmedizin untergebracht sind, das hat wahrscheinlich auch zur Falschmeldung geführt.

Gutachten müssen nun klären, wie es zu diesem tragischen Unfall kommen konnte. Ein urteil wird nächste Woche erwartet. Etwa sieben Tage vor dem Unfall war die Maschine gewartet und als einwandfrei eingestuft worden. (red, 1.2.2016)

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