Doskozil kündigt Aufnahmeoffensive bei Truppe an

1. Februar 2016, 15:27
139 Postings

Unabhängig von Budgetgespräche gebe es freie Planstellen, sagt der Verteidigungsminister. Der Generalstab präsentiert ein Papier zum geplanten "Strukturpaket 2018"

Wien/Eisenstadt – Der neue Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat Nachbesetzungen beim Bundesheer im Bereich der Truppe angekündigt. "Ganz unabhängig davon, wie in nächster Zeit und wie in den nächsten Tagen und Wochen Budgetgespräche verlaufen werden, haben wir freie Planstellen. Wir wollen hier eine Aufnahmeoffensive starten", sagte Doskozil am Montag in Eisenstadt vor Journalisten.

Die Entwicklung des Bundesheeres in personaltechnischer Hinsicht sei für ihn wesentlich, erklärte der Ressortchef. Es gebe "durchaus auch Nachholbedarf", was die Frauenquote betreffe. Im Bereich der Truppe gebe es zwei bis drei Prozent Frauenanteil. Zum Teil sei dies hausgemacht, verwies Doskozil auf die "sehr hoch" angesetzten Sportlimits bei Frauen. Das werde man hinterfragen. Man werde durchaus auch spezifisch auf Frauen zugehen, um Karrieremöglichkeiten im Bereich des Bundesheeres zu eröffnen.

Weniger Personal

Das Verteidigungsressort habe in den vergangenen zehn Jahren "gewaltige Reformen" hinter sich gebracht, sagte Doskozil. Von 2000 bis 2015 sei die Personalanzahl im Bereich der Truppe von 33.000 auf etwas über 21.000 reduziert worden. Im Verwaltungsbereich habe man "immens" eingespart, 2.000 Menschen seien in andere Ministerien "verschoben" worden. Für rund 600 Mitarbeiter müsse man noch Lösungen finden.

Derzeit sei man in der Außengrenzsicherung gefordert. Die Situation sei "keine einfache", verwies Doskozil darauf, dass im Vorjahr 90.000 Menschen ins Asylverfahren kamen. Beim Asylgipfel seien deshalb Maßnahmen beschlossen worden, um die Zahlen für die nächsten vier Jahre reduzieren bzw. zu minimieren. Es sei "ganz klar, dass wir diesen Weg gehen müssen" – speziell seitens des Verteidigungsressorts mit dem Innenministerium: "Hier darf es keine Diskussionen zwischen beiden Ressorts über Sachverhalte, über Inhalte geben. Sondern hier darf es nur Diskussionen darüber geben, wie dieses Ziel erreicht werden kann", sagte Doskozil.

Doskozil (SPÖ) hat am Montag auch sein erstes umfassendes Arbeitstreffen mit den Sektionen seines Ressorts zu absolvieren. Dabei wird der Generalstab dem Minister auch ein Papier bezüglich des Budgets präsentieren. Die Nationalratsfraktionen hatten das Verteidigungsministerium ja im Herbst dazu aufgefordert, die geplanten Kürzungen zu überdenken.

Die Sektionen präsentieren auch ihre Aufgaben, Thema der internen Klausur ist auch das Grenzmanagement im Zuge der Flüchtlingskrise, teilte Doskozils Sprecher auf Anfrage mit. Die Sektionen und nachgeordneten Dienststellen werden ihren neuen Ressortchef über ihre Struktur, Aufgaben und Programme für 2016 informieren, hieß es aus dem Heer.

Kürzungen zurücknehmen

Außerdem wird es ums Budget beziehungsweise um die Überarbeitung der Sparmaßnahmen gehen. Im Herbst hatten ja alle Nationalratsfraktionen Doskozils Vorgänger Gerald Klug mittels Entschließungsantrag aufgefordert, das 2014 mühsam ausverhandelte "Strukturpaket 2018" zu überdenken. Doskozil hat bereits wissen lassen, dass er aufgrund der neuen Herausforderungen und der aktuellen Sicherheitslage Kürzungen zurücknehmen will. (APA, 1.2.2016)

Share if you care.