Saudi-Arabien prüft eigene Menschenrechtsverletzungen im Jemen

31. Jänner 2016, 20:07
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Militärkoalition: "Unabhängige Experten" sollen mögliche Verbrechen klären

Riad – Die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz gegen die Houthi-Rebellen im Jemen hat eine Untersuchung möglicher Menschenrechtsverletzungen in dem Konflikt angekündigt.

Eine Kommission "unabhängiger Experten für Waffen und internationales Menschenrecht" werde einen "deutlichen und vollständigen Bericht" mit "Schlussfolgerungen, den daraus zu ziehenden Lehren, Forderungen und Maßnahmen" vorlegen, wie Zivilisten geschützt werden können, hieß es in einer von der amtlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA am Sonntag veröffentlichten Erklärung der Koalition.

119 Angriffe

UN-Experten hatten am Mittwoch den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, eine internationale Untersuchungskommission zu möglichen Menschenrechtsverletzungen aller Konfliktparteien im Jemen einzusetzen. Insbesondere wurde dabei auf Luftangriffe der Allianz gegen zivile Ziele verwiesen. Insgesamt 119 Angriffe der Allianz hätten "Menschenrechtsverletzungen eingeschlossen". In der Erklärung der saudiarabischen Militärallianz wird jedoch nicht auf die Forderungen der UN-Experten Bezug genommen; ebenso wenig wird die Zusammensetzung der eigenen Kommission erläutert.

Seit September 2014 kämpfen im Jemen Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen schiitische Houthi-Rebellen und deren Verbündete. Die regierungsnahen Kämpfer werden durch eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz unterstützt. In dem Konflikt wurden seit März 2015 rund 6000 Menschen getötet. (APA, 31.1.2016)

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