Deutschland deklassiert Spanien und wird Europameister

31. Jänner 2016, 19:25
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Junges Team von Trainer Sigurdsson dominiert Gegner bei 24:17 klar und zieht Sensationslauf bis zum Ende durch

Krakau – Die deutschen Handballer sind Europameister. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson besiegte Spanien im Finale am Sonntag in Krakau deutlich mit 24:17 (10:6), eine der größten Überraschungen in der EM-Geschichte ist perfekt. Weniger Gegentore hat noch keine Mannschaft in einem EM-Finale zugelassen.

Vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Tauron Arena gelang dem Team des isländischen Trainers Dagur Sigurdsson ein perfekter Start. Die aggressive 6:0-Deckung entnervte den WM-Vierten, nach zehn Minuten lagen die Spanier bereits mit 1:5 zurück, dem Favoriten gelang das erste Tor aus dem Feld erst in der zwölften Minute. Zur Halbzeit führte Deutschland, das das jüngste Team des Turniers stellte, mit 10:6.

Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Die deutschen Spieler kämpften um jeden Ball, warfen sich in die Würfe der Spanier, und dahinter vereitelte Tormann Wolff auch die besten Chancen des Gegners. Er parierte am Ende sensationelle 48 Prozent der auf seinen Kasten abgefeuerten Würfe. Das Selbstvertrauen der körperlich so starken spanischen Angreifer sank immer weiter, bezeichnend für die mentale Verfassung waren zwei verworfene Siebenmeter in Folge.

Spätestens mit dem 20:13 von Pekeler (52.) war das Spiel entschieden, die Deutschen nach 2004 zum zweiten Mal Europameister.

In der Vorrunde hatte Deutschland gegen Spanien noch 29:32 verloren, im weiteren Turnierverlauf feierte die Sigurdsson-Truppe aber nur noch Siege. Der Titel war der Mannschaft im Vorfeld auch wegen des verletzungsbedingten Ausfalls mehrerer Stammspieler kaum zugetraut worden. Er brachte auch einen direkten Startplatz bei den Olympischen Spielen im August in Rio de Janeiro gesichert. Noch vor zwei Jahren hatten die Deutschen die Qualifikation für die EM in Dänemark verpasst. (red/sid, 31.1. 2016)

Handball-EM, Finale in Krakau:

Deutschland – Spanien 24:17
Beste Werfer: Häfner 7, Dahmke 4 bzw. Entrerrios 5, Tomas 4

Spiel um Platz 3 in Krakau:

Norwegen – Kroatien 24:31

Spiel um Platz 5:

Frankreich – Dänemark 29:26

Spiel um Platz 7:

Polen – Schweden 26:24

9. Russland – 10. Weißrussland – 11. Mazedonien – 12. Ungarn – 13. Island – 14. Slowenien – 15. Serbien – 16. Montenegro

Allstar-Team: Andreas Woff (GER) – Manuel Strlek (CRO), Michal Jurecki (POL), Sander Sagosen (NOR), Johan Jakobsson (SWE), Tobias Reichmann (GER), Julen Aguinagalde (ESP), Henrik Mollgaard (DEN)

Wertvollster Spieler ("MVP"): Raul Entrerrios (ESP); Bester Verteidiger: Henrik Mollgaard (DEN); Bester Torschütze: Valero Rivera (ESP)

  • Kein Kraut gewachsen, Kai Häfner erzielte im Finale sieben Tore für Deutschland.
    foto: reuters/pempel

    Kein Kraut gewachsen, Kai Häfner erzielte im Finale sieben Tore für Deutschland.

  • Der Titel ist in Deutschland.
    foto: apa/afp/karzynski

    Der Titel ist in Deutschland.

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    Handball, Tore, Feierlichkeiten.

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