Temelin: Aufsicht rügt laxe Kontrolle der Schweißnähte

31. Jänner 2016, 17:26
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Vorliegende Röntgenaufnahmen von schlechter Qualität

Prag/Temelin – Im umstrittenen tschechischen Atomkraftwerk Temelin müssen Tausende Schweißnähte erneut mit Röntgenbildern überprüft werden. Das sagte die Leiterin der Atomaufsichtbehörde in Prag, Dana Drabova, am Sonntag im Sender CT. Die vorliegenden Röntgenaufnahmen seien von schlechter Qualität. Sie schloss nicht aus, dass Kontrollberichte manipuliert oder geschönt wurden.

"Die Schweißnähte im (radioaktiven) Primärkreislauf sind von dieser Affäre nicht betroffen", betonte Drabova. Es gehe aber um Sicherungssysteme, die "zu hundert Prozent in Ordnung" sein müssten. Dem Betreiber CEZ warf die Nuklearphysikerin mangelnde "Demut" vor der Technik vor. Die Mängel hätten auffallen müssen.

Strafanzeige gegen Zulieferer

Ähnliche Probleme hatte es zuvor bereits im Atomkraftwerk Dukovany gegeben. Auch dort müssen auf Anweisung der Atomaufsicht Röntgenuntersuchungen wiederholt werden. Von vier Reaktorblöcken ist deswegen nur noch einer im Betrieb. Der Betreiber CEZ hat Strafanzeige gegen den Zulieferer der Röntgenbilder gestellt.

Das AKW Temelin, 60 Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt, weist nach Ansicht von Umweltschützern schwere Sicherheitsmängel auf. Sie kritisieren vor allem die Kombination von amerikanischen Leitsystemen mit russischer Reaktortechnik. (APA, 31.1.2016)

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