Twitter muss aufhören, Facebook nachzuahmen

Analyse31. Jänner 2016, 17:11
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Der Aktienkurs des sozialen Netzwerks ist im freien Fall, Manager verlassen den Konzern – trotzdem hat Twitter eigene Stärken

Twitter ist weiterhin in heftigen Turbulenzen: Nach dem Weggang von mehreren wichtigen Entscheidungsträgern und einem seit Oktober stattfindenden Sinkflug der Aktie zittern Investoren vor dem neuen Quartalsbericht, der nächste Woche präsentiert werden soll. Der Service scheitere daran, neue Nutzer zu erobern, so der Hauptkritikpunkt der Anleger.

Viele Änderungen

Dabei versuchte Twitter in den vergangenen Monaten mit allen Mitteln, für Neueinsteiger leichter zu werden. Eine "Während du weg warst"-Ansicht zeigt etwa wichtige Tweets an und sprengte so die strikt chronologische Timeline. Künftig sollen Mitteilungen in einer Länge von bis zu 10.000 Zeichen abgesetzt werden dürfen. Außerdem ging Twitter mit einem neuen Profildesign noch mehr in Richtung Facebook, das mit Abstand als wichtigstes soziales Netzwerk gilt.

"Twitter wird nie Facebook sein"

Doch wie Facebook werden zu wollen sei der Kardinalsfehler von Twitter, analysiert der Guardian nun. Twitter habe genug eigene Stärken: Top-Politiker und Journalisten diskutieren auf Twitter, das so den globalen Diskurs prägt. Außerdem würde das Werbegeschäft florieren. Altgediente Nutzer blieben konstant auf der Plattform, die ein fixer Bestandteil des Internets sei. "Twitter wird nie Facebook sein", so der Analyst Scott Kessler zum Guardian, "aber das ist okay." (red, 31.1.2016)

  • Facebook und Twitter – ein ungleiches Paar
    foto: reuters/ruvic

    Facebook und Twitter – ein ungleiches Paar

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