FPÖ-Mandatar tritt nach Ermittlungen wegen Facebook-Post zurück

31. Jänner 2016, 16:45
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Der Linzer Gemeinderat Markus Krazl soll gemeinsam mit einer Parteikollegin Muslime verunglimpft haben

Der Gemeinderat Markus Krazl hat auf der Webseite der FPÖ Linz seinen Rücktritt bekanntgegeben. Dieser erfolge aus "beruflichen und familiären Gründen", sagt Krazl. Er war für ein Facebook-Posting gemeinsam mit seiner Kollegin Susanne Walcher in die Kritik geraten. Diese soll sich angesichts des Vorschlages eines freiwilligen sozialen Jahres für Flüchtlinge darüber beschwert haben, dass der "notgeile junge Muselmane" dann "als Kindergartenonkel mit den kleinen Mädchen Pipi machen" ginge und der "Oma beim Baden" helfe.

"Die haben auch liebe Schafe"

Krazl soll unter diesen Kommentar gepostet haben, dass Flüchtlinge auch in Tierheimen eingesetzt werden könnten: "Die haben wenigstens auch liebe Schafe und so ...". Laut ORF Oberösterreich beauftragte die Staatsanwaltschaft daraufhin die Polizei mit Ermittlungen, unter anderem wegen Verhetzung. Krazl bestreitet die Vorwürfe und gibt an, dass "einzelne Medien unter der Verletzung der gesetzlichen Unschuldsvermutung so (berichten), als wäre das Delikt erwiesen".

Ähnlicher Fall in FPÖ Steiermark

Bereits 2008 war der damalige steirische RFJ-Obmann Michael Winter wegen ähnlicher Aussagen verurteilt worden. Winter, der Sohn der vergangenes Jahr aus der FPÖ ausgeschlossenen Nationalrätin Susanne Winter, hatte unter dem Titel "Lieber Sodomie als Vergewaltigung" gefordert, in Graz eine Schafherde im Stadtpark grasen zu lassen, um Vergewaltigungen durch "muslimisch-türkische" Personen zu verhindern. Susanne Winter war selbst wegen der Zustimmung zu einem antisemitischen Facebook-Kommentar aus der FPÖ geflogen (red, 31.1.2016)

  • Unbedachte Äußerungen auf Facebook können Politikern zum Verhängnis werden
    foto: ap/rourke

    Unbedachte Äußerungen auf Facebook können Politikern zum Verhängnis werden

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