Straßentests für Dieselautos stehen im EU-Parlament auf der Kippe

31. Jänner 2016, 13:51
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Ausgang des Votums völlig offen – derzeit sind im Labor gemessene Schadstoffwerte viel niedriger als in der Realität

Wolfsburg/Brüssel – Die Einführung neuer europäischer Regeln für realistischere Abgastests für Dieselautos steht auf der Kippe. Ob die Vorgaben ab Herbst 2017 schrittweise eingeführt werden, dürfte sich am Mittwoch, dem 3. Februar, entscheiden: Dann soll das Plenum des Europaparlaments über die Neuregelung abstimmen. Der Ausgang des Votums gilt als völlig ungewiss.

Besonders im linken und grünen Lager nehmen viele Abgeordnete Anstoß an geplanten großzügigen Überschreitungen der geltenden Schadstoffwerte. Für eine Übergangszeit dürften Dieselautos noch mehr als doppelt so viel Abgase ausstoßen wie im Labor (110 Prozent mehr) – darauf einigten sich Experten der EU-Staaten im Oktober.

Nach Darstellung der EU-Kommission wäre dies immer noch eine Verbesserung. Denn künftig sollen Dieselautos auf der Straße getestet werden (im Rahmen von RDE-, also "Real Driving Emissions"-Tests).

Zu zahme Labortests

Die bisherigen Labortests sind aus Expertensicht zu zahm, weil sich Autobauer gut darauf einstellen können – und zwar nicht nur mit betrügerischer Software wie im Falle von Volkswagen, sondern auch mit ganz legalen Tricks. Der reale Schadstoffausstoß könne so bis zu fünfmal so hoch liegen wie im Labor, argumentiert die EU-Kommission.

Der Umweltausschuss des Europaparlaments zeigte sich davon unbeeindruckt und erteilte den Plänen im Dezember eine Absage. Ob das Plenum in der entscheidenden Abstimmung am Mittwoch genauso verfährt, ist nach Einschätzung von Beobachtern schwer vorherzusehen. Klar ist: Wenn mehr als die Hälfte der 751 Abgeordneten für die Zurückweisung stimmen, müssten die Verhandlungen über einen neuen Rahmen für Abgastests von vorne beginnen. (APA, 31.1.2016)

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