Geprellte Kleinanleger protestierten in Rom

31. Jänner 2016, 13:08
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Kabinett Renzi wegen Bankenskandal unter Druck

Rom – Hunderte italienische Kleinsparer, die im Zuge der Pleite von vier Regionalbanken ihre Ersparnisse verloren haben, haben am Sonntag vor der Nationalbank in Rom gegen die Regierung von Premier Matteo Renzi demonstriert. Die Demonstranten skandierten Slogans gegen das Kabinett und verlangten höhere Entschädigungen.

"Besser mit dem Geld unter der Matratze als geprellt", riefen einige Demonstranten. Unterstützt wurde der Protest von Konsumentenschutzverbänden. "Wir sind betrogen worden", betonten einige Demonstranten. Sie halten den von der Regierung eingerichteten Solidaritätsfonds zur Entschädigung der Kleinanleger für unzulänglich. Der Fonds ist mit 100 Mio. Euro dotiert. Das Wirtschaftsministerium muss nun feststellen, nach welchen Kriterien die Entschädigungen ausgezahlt werden sollen.

Die Regierung Renzi hatte im November ein Dekret zur Rettung der vier Regionalbanken verabschiedet. Mittels eines Bankenfonds mit 3,6 Mrd. Euro wurden 7.000 Arbeitsplätze gesichert, ebenso wie die Einlagen von rund einer Million Kontoinhabern im Wert von 12 Mrd. Euro. Doch tausende Aktionäre der Banken und auch Anleihenbesitzer haben einen Teil ihrer Ersparnisse verloren. Die vier Pleitebanken sind die Banca Marche, die Volksbank Etruria sowie die Sparkassen von Chieti und von Ferrara. (APA, 31.1.2016)

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