Prix d'Amerique: Ein Pferd wie ein Adler

29. Jänner 2016, 19:31
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In Paris steigt die inoffizielle Traber-WM, der Hengst Bold Eagle begeistert

Paris/Wien – Am letzten Sonntag im Jänner ist die Pariser Trabrennbahn in Vincennes der Mittelpunkt der Traberwelt. Der mit einer Million Euro dotierte Prix d'Amerique über die Distanz von 2700 Metern (eine ganze Runde plus 725 Meter) – bergauf, bergab und wieder bergauf – ist die inoffizielle Weltmeisterschaft der Sulky-Traber. Das Interesse ist gewaltig, wie die Wettumsätze von mehr als 30 Millionen Euro allein auf dieses Rennen beweisen. Die Premiere fand 1920 statt.

Diesmal wird in nahezu sämtlichen Wetten ein Pferd vorkommen, das seit Monaten nicht nur die Franzosen hellauf begeistert. Der fünfjährige Hengst Bold Eagle hat seit Anfang 2014 bei 19 Starts nur einmal verloren. Er hat nicht nur die Pferde seines Jahrgangs klar beherrscht, sondern auch den älteren Spitzenpferden in der letzten Amerique-Vorprüfung deutlich die Eisen gezeigt. Seine Gewinnsumme liegt schon jetzt bei mehr als einer Million Euro, was auch für seinen Besitzer, den 55-jährigen Pierre Pilarski, der schon seit einigen Jahren recht gute Pferde in seinem Stall hat, etwas Besonderes ist.

Der McDonalds-Franchise-Nehmer in Hochsavoyen hatte den "Adler" im Spätsommer 2014 von Züchter Jean-Etienne Dubois für eine stattliche Summe (Beträge von 700.000 bis 1,5 Millionen wurden genannt) erworben. Es hat sich gelohnt. Trainer Sebastien Guarato (48) und Fahrer Frank Nivard (35) entlocken dem kleinen Braunen immer neue Spitzenleistungen.

Statisten

Ende Dezember gewann er gegen internationale Konkurrenz das Kriterium der Vierjährigen in der tollen Kilometerzeit von 1:10,5 Minuten. Vor zwei Wochen schließlich hatte der "starke Adler" im Prix de Belgique auch seine älteren Konkurrenten in sehenswertem Stil unter Kontrolle. Etwa 400 Meter vor dem Ziel "hatte er binnen 50 Metern die gesamte Konkurrenz nicht nur überrannt, sondern zu Statisten degradiert in einer Show, bei der die letzten 150 Meter eine einzige Paradestrecke waren", wie ein restlos begeisterter Fan feststellte. Mag sein, dass ein paar Gegner wie etwa der Schwede Lionel, der mit vollem Hufbeschlag startete, was eher auf Probieren deutet, ihre Karten noch nicht zur Gänze aufgedeckt haben.

Aber auch dann dürfte das Adler-Team die besseren Karten besitzen. (Nikolaus Dolenz, 29.1.2016)

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