"Illegale Helfer": Kein Mensch ist egal

29. Jänner 2016, 17:02
1 Posting

Das Stück "Illegale Helfer" im Schauspielhaus Salzburg porträtiert Menschen, die Asylsuchende unterstützt haben

Salzburg – Die Flüchtlingsthematik bleibt weiterhin aktuell. Auch auf der Bühne des Schauspielhauses Salzburg: In Illegale Helfer kommen Menschen zu Wort, die Flüchtlinge und Asylsuchende auch jenseits nationalstaatlicher Gesetze mit Rat und Tat unterstützen; solche, die nach dem moralischen Diktum Erich Kästners leben: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."

Die Südtiroler Autorin Maxi Obexer recherchierte drei Jahre lang, um mit realen Helfern Gespräche zu führen, die sie dann 2015 zu einem Hörspiel für den WDR verdichtete. Bei der Uraufführung der Bühnenversion in Salzburg lässt Regisseur Peter Arp neun Figuren auftreten, die frontal zum Publikum gewandt über Motive, Methoden, Strategien und persönliche Befindlichkeiten sprechen.

Sie tun dies vor einer reduzierten Kulisse, in der die Hintergrundprojektionen von Bildern der Salzburger Künstler Peter Baldinger und Konrad Winter an die Realität erinnern – stammen sie doch aus der Bahnhofsgarage, die 2015 als Flüchtlingsunterkunft diente.

Die Stimmen artikulieren Biografisches, gehen etwa ihrer Herkunft aus Familien nach, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Oder es wird an einen portugiesischen Diplomaten in Warschau erinnert, der in der NS-Zeit vielen Juden Visa ausstellte und ihnen dadurch das Leben rettete. Ein Verwaltungsrichter, der die längste Zeit Abschiebebescheide ausstellte, erzählt, wie ihn ein Einzelschicksal zum illegalen Fluchthelfer machte.

Illegale Helfer ist Dokumentartheater, das von der Kluft zwischen Gesetz und Moral, von Legalität und Legitimität handelt. Noch bis 20. Februar. Im Anschluss an die Vorstellung am 1. 2. findet eine Podiumsdiskussion statt. (Gerhard Dorfi, 30.1.2016)

30. 1. und 1. 2., Schauspielhaus Salzburg, Sa 19.00, Mo 19.30

  • Autorin Maxi Obexer lässt "Illegale Helfer" über Motive, Methoden und Gefühle sprechen.
    foto: gregor hofstätter

    Autorin Maxi Obexer lässt "Illegale Helfer" über Motive, Methoden und Gefühle sprechen.

Share if you care.