US-Wirtschaft wuchs im vierten Quartal deutlich langsamer

29. Jänner 2016, 16:20
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Starker Dollar und Probleme der Ölförderer belasten – 2,4 Prozent Wachstum 2015

Washington – Die US-Wirtschaft hat im vierten Quartal 2015 deutlich an Dynamik verloren. Das Wachstum blieb auch leicht hinter den Erwartungen zurück. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Oktober bis Dezember auf das Jahr hochgerechnet um 0,7 Prozent gewachsen, teilte das Handelsministerium am Freitag mit. Volkswirte hatten mit einem Wachstum von 0,8 Prozent gerechnet. Im Vorquartal betrug der Zuwachs noch 2,0 Prozent.

Eine schwächere Wachstumsrate hatte sich bereits abgezeichnet. Vor allem die Industrie zeigte sich zuletzt schwach. Der starke Dollar, die Schwäche in den Schwellenländern, aber auch die Probleme der Ölförderer wie Chevron bremsten die Wirtschaft.

"Von Wachstumsdynamik ist die größte Volkswirtschaft meilenweit entfernt", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Die US-Bürger drehen mittlerweile den Cent zweimal um, bevor sie ihn ausgeben." Den Unternehmen fehle es an Zuversicht, um den überalterten Maschinenpark zu erneuern. Positiver äußerte sich das britische Analysehaus Capital Economics: Angesichts des starken Arbeitsmarktes und des robusten Konsums sei eine ernsthafte Abschwächung nicht zu erwarten.

Verbrauchervertrauen eingetrübt

Auch das von der Universität Michigan erhobene US-Verbrauchervertrauen hat sich im Jänner überraschend eingetrübt. Der Indikator sei von 92,6 Punkten im Vormonat auf 92,0 Punkte gefallen, teilte die Universität am Freitag nach einer zweiten Schätzung mit. In einer ersten Erhebung war noch ein Anstieg auf 93,3 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten für den Jänner mit 93,0 Punkten gerechnet.

Der Index der Universität Michigan gilt als Indikator für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Er basiert auf einer telefonischen Umfrage unter rund 500 Haushalten. Abgefragt werden die finanzielle und wirtschaftliche Lagebeurteilung sowie die entsprechenden Erwartungen.

Privater Konsum Wachstumtreiber

Im Gesamtjahr 2015 wuchs die US-Wirtschaft wie schon im Vorjahr um 2,4 Prozent. Getrieben wurde das Wachstum durch den privaten Konsum, der den stärksten Anstieg in den vergangenen zehn Jahren hinlegte.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf eine Annualisierung verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar. (APA, 29.1.2016)

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