Islamismus-Hotline und nackte Statuen

30. Jänner 2016, 09:00
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Für oder gegen Islamismus? Die FPÖ ist da uneins. Und dann diese Sache mit den nackerten Statuen. Johann Gudenus, übernehmen Sie

Johann Gudenus hat nicht abgehoben. Niemand hat abgehoben. Nur ein Band lief, das hören ließ, die "Islamismushotline der FPÖ" wäre wahlweise überhitzt oder man rufe zur falschen Zeit an. Dabei wollte man sich unbedingt erkundigen, wie es denn stünde. Ob Johann Gudenus sich gut eingearbeitet habe, im Callcenter. Schließlich warb der Wiener Vizebürgermeister mit der vielen Tagesfreizeit mit seinem Konterfei für die "Anti-Islamismus-Hotline".

Bei der Nomenklatur war sich die FPÖ uneins. Am Band ist von einer "Islamismus-Hotline" die Rede. Mit ohne "Anti". Kein Wunder, dass die Leitung glüht, da weiß ja niemand, ob Fans oder Gegner anrufen sollen. Das sollte die Partei noch einmal überarbeiten. Nicht, dass es Missverständnisse gibt. Jedenfalls Gudenus – der war nicht zugegen. Vielleicht war er in anti-islamistischer Mission nach Rom gereist, um dort mit geweihten Schraubenziehern die westliche Freiheit zu verteidigen.

Denn Italien verpasste diese Woche seinen antiken Statuen Holzunterhosen bis über die Köpfe, um den Rom besuchenden iranischen Präsidenten Hassan Rohani und seinen Glauben nicht zu sehr zu prüfen. So ein tausende Jahre steinhart allen Ideologien trotzendes Gemächt irritiert natürlich. Von den ebenso lange der Gravitation trotzenden steinernen Brüsten ganz zu schweigen.

Ob die Mission des Johann Gudenus ihn tatsächlich nach Rom geführt hat und ob es ihm gelungen ist, seinen Kreuzzug für die immerwährende Nacktheit für sich zu entscheiden, ist nicht bekannt. Wie gesagt, bei der Hotline hat leider niemand abgenommen. (flu, 30.1.2016)

  • Nackte antike Statuen in Italien wurden anlässlich des Besuchs des iranischen Präsidenten verhüllt.
    foto: apa / epa / maurizio degl'innocenti

    Nackte antike Statuen in Italien wurden anlässlich des Besuchs des iranischen Präsidenten verhüllt.

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