Neue "Freunde" auf dem Radweg

Kolumne2. Februar 2016, 11:45
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In München findet die ISPO statt. Dort gibt es auch Fahrräder. Oder Microscooter. Und Segways. Doch wer darf wo warum fahren?

In München ist das Wetter auch nicht besser. Die Bayern sind jedoch tougher als viele Wiener – und radeln trotzdem. München hat aber nicht nur das Jahr über mehr Stadt-Biker, sondern einmal im Jahr auch die ISPO: die größte Sportmesse der Welt.

Bei dieser Trendschau – 2600 Aussteller, 80.000 (zumeist) Fachbesucher – manifestierte sich heuer nicht nur erneut, was urbane Mobilitätsbeobachter seit langem ankündigen, auch der "next step" wurde (wieder einmal) skizziert: "Das E-Bike stellt die Aufteilung der Verkehrsflächen nicht nur infrage, sondern führt sie auch ad absurdum."

Müssen und dürfen

Die ISPO ist keine Bike-Schau. Aber das eine oder andere E-Bike verirrt sich dennoch her. Und stellt qua Existenz die Frage, wieso Bikes, die locker mehr als 45 km/h schaffen, auf Radwege müssen und in (manche) Fußgängerzonen dürfen, Mopeds aber nicht.

Doch das Feld wird weiter: "Urban Mobility" war eines der ISPO-Themen. Auch weil da zahllose Hybride aus Fahrrad, Skateboard, Microscooter und Segway in den schmalen Messegängen – nicht ganz konfliktfrei – Probe gefahren wurden. Elektromotorisiert. Wieselflink. Mit richtig "Bumms".

Funsport

Im Trend-Denglisch steht zwar dann überall "Fun" und "Sport" drauf, de facto heißt eine zentrale Zielgruppe aber "Urban Commuters". Einzig die Frage, wo all das großteils echt spaßige Geh-Spiel-Fahrzeug fahren soll, bleibt offen. Oder eigentlich nicht: überall – bloß nicht dort, wo Benzin (oder Diesel) verbrannt wird. Auch wenn man damit im Stau sicher schneller ist als mit dem Auto. (Thomas Rottenberg, 2.2.2016)

  • Auf der Sportmesse ISPO in München steht bei manchen der 2600 Ausstellern auch das eine oder andere Fahrrad und wirft Mobilitätsfragen auf.
    foto: ispo

    Auf der Sportmesse ISPO in München steht bei manchen der 2600 Ausstellern auch das eine oder andere Fahrrad und wirft Mobilitätsfragen auf.

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