1.136 Patente: Erfinder Artur Fischer gestorben

29. Jänner 2016, 12:28
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Der Vater des Fischerdübels und von "Fischertechnik" blieb seiner Heimat im Schwarzwald ein Leben lang treu

Waldachtal – Der deutsche Patentekönig und Erfinder Artur Fischer ist tot. 1.136 Patente und Gebrauchsmusteranmeldungen gehen auf sein Konto, am bekanntesten sind der Fischerdübel aus Kunststoff und das Baukastensystem "Fischertechnik".

Fischer wurde 1919 in Waldachtal-Tumlingen geboren, dort lebte er auch bis zuletzt. Nach Realschulabschluss und Bauschlosserlehre musste der junge Mann zunächst in den Krieg. Die Erfindung eines Blitzlichtgeräts mit synchroner Auslösung ermöglichte ihm den Aufbau einer eigenen Firma, die er 1948 in seiner Schwarzwald-Heimat gründete. Mit der Kopplung des Blitzgerätes an den Verschluss der Kamera revolutionierte er die Fotografie.

Ein Strom von Erfindungen

Zehn Jahre später gelang ihm mit dem später nach ihm benannten S-Dübel aus grauem Polyamid eine seiner wichtigsten Erfindungen. Das Verfahren wurde in der Folge nicht nur von Heimwerkern weltweit, sondern auch bei der Heilung von Knochenbrüchen angewandt.

Mitte der 1960er-Jahre entwickelte Fischer einen Baukasten für kleine Bastler, überzeugt davon, dass Technikbegeisterung in jungen Jahren beginnt. Das von ihm entwickelte "Fischertechnik"-System erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – keineswegs nur bei Kindern.

Fischer schuf auch Stahlanker, Bohrgeräte und zementgebundene Befestigungen. Ende der 1990er-Jahre entwarf er noch einen Kleiderbügel aus mehreren elastischen Stäben, der sich flexibel an die Größe von Kleidungsstücken anpassen lässt.

Wie sein Sprecher am Freitag bestätigte, starb Artur Fischer am Mittwoch im Alter von 96 Jahren in Waldachtal im Schwarzwald, dem Ort seiner Geburt. (APA, red, 29.1.2016)

  • Artur Fischer mit einer Mammutversion seines legendären Dübels.
    foto: apa/dpa

    Artur Fischer mit einer Mammutversion seines legendären Dübels.

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