Flashback: "Gefährliche Brandung" – Schlägt das Original das Remake?

1. Februar 2016, 13:34
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1991 schmissen sich Keanu Reeves und Patrick Swayze in die Wellen. Nun gibt es ein Remake des Surferfilms. Wie stehen Sie zu Alt und Neu?

Gut und Böse sind in dem Actiondrama "Point Break" ("Gefährliche Brandung"), das 1991 unter der Regie von Kathryn Bigelow entstand, keine festen Größen, und so liegt die Dienstmarke am Ende im Sand. FBI-Agent John "Johnny" Utah (Keanu Reeves) hat Bodhi (Patrick Swayze) zwar gefunden, in die Fänge des Staates will er den Bankräuber jedoch nicht übergeben.

Nicht einmal Sex

Die Geschichte um den jungen Undercover-Agenten Utah, der sich in die kalifornische Surferszene einschleust, um eine Gruppe von Bankräubern zu enttarnen, setzte nicht nur auf spektakuläre Actionszenen mit stilprägender Ästhetik. Das Surfen wurde als Ausbruch aus der Gesellschaft stilisiert, als spirituelle Erfahrung: "There is nothing that comes even close to this, not even sex." Die Banküberfälle dienten nicht nur zur Finanzierung des Lebenstils, sondern auch als ein konsequentes Sich-zur-Wehr-Setzen gegen das Establishment.

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So war das im Jahr 1991.

Unnötiger Aufguss oder modernisierte Fassung?

Nun gibt es also ein Remake mit einer durchaus illustren Besetzungsliste, auf der u. a. Michael Fassbender zu finden ist. Die Meinungen zu der Neuverfilmung fallen aber eher kritisch aus. DER STANDARD hält fest, dass es diesmal mit Surfen nicht getan sei, Snowboard und Wingsuit gelte es auch noch zu beherrschen. Die Rezension der "Presse" ist geradezu vernichtend: Ein "hysterisches Remake" sei der Film von Regisseur Erickson Core geworden, mit dem "inhaltlichen Gewicht eines Snowboardvideos". Und auch die "New York Times" sieht den Inhalt hauptsächlich als Vorwand für das Zeigen aufwendiger Stunts. Folgt man diesen Einschätzungen, ergibt sich einmal mehr die Frage über Sinn und Zweck von Neuverfilmungen.

Was sagen Sie?

Der Tenor der Kritiken für die Neuverfilmung ist relativ einstimmig negativ. Dabei ist gerade das Thema der Suche nach Extremerfahrungen aktueller denn je. Liegt es letztlich nur an der Umsetzung, dass das mystische Moment im filmischen Bombast untergeht, oder haben Sie einen ganz anderen, einen positiven Eindruck von dem Machwerk? Und hat überhaupt das Original in dieser Hinsicht funktioniert, oder haben Sie den Film damals weniger schwärmerisch aufgenommen, als die ständigen, mitunter nostalgisch angehauchten Rückverweise in aktuellen Rezensionen vermuten lassen? (jmy, 1.2.2016)

  • So sieht das heutzutage aus.
    foto: constantin film

    So sieht das heutzutage aus.

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