Rätsel um Herkunft aztekischer Menschenopfer

Ansichtssache1. Februar 2016, 00:33
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illu.: famsi

Woher die aztekischen Menschenopfer kamen

Dass die Azteken ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis zum Ende ihres Reiches in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts jährlich vermutlich Tausende Menschenopfer dargebracht haben, kann man anhand von schriftlichen Überlieferungen und archäologischen Funden belegen. Um wen es sich bei den Geopferten allerdings gehandelt hat – waren es Kriegsgefangene oder doch Einheimische? – lässt sich heute kaum mit Sicherheit sagen. Nun haben Forscher um Allan Barrera vom mexikanischen Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (Inah) die Überreste von sechs Opfern, die zwischen 1469 und 1521 gelebt haben, genauer untersucht.

Das Ergebnis ihrer Strontium-Isotopenanalysen von Knochen und Zähnen zeigt, dass die Toten nicht im Aztekenreich aufgewachsen waren, vor ihrer rituellen Hinrichtung allerdings einige Jahre im Hochland um die aztekische Hauptstadt Tenochtitlán gelebt hatten. Dies spricht klar dafür, dass zumindest diese sechs Menschen Kriegsgefangene oder Geiseln waren. Und es deckt sich mit bisherigen Annahmen, dass die Azteken teilweise ritualisierte Feldzüge – sogenannte Blumenkriege – gegen andere Völker führten, um so stets für Nachschub an Menschenopfern zu sorgen. Dass diese Gefangenen dann allerdings offensichtlich jahrelang im Aztekenreich lebten, ehe sie geopfert wurden, war neu und wirft weitere Fragen auf.

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