Album der Woche: Sunn 0))) "Kannon"

29. Jänner 2016, 09:00
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Sunn 0))) bieten auf "Kannon" Dröhn-Metal-Hausmannskost

Sunn 0))) sind seit Jahr und Tag nicht nur dafür bekannt, dass sie in Mönchskutten und Trockeneisnebel den Eröffnungsakkord eines alten Songs von Black Sabbath über eine Viertelstunde ausdehnen können, ohne dabei chemische Hilfsmittel zu nehmen, die einen ruhiger und Richtung Schildkröte machen. Spätestens seit dem aus dem Jahr 2009 stammenden Götteralbum Monoliths & Dimensions genießen die beiden US-Gitarristen Scott Anderson und Stephen O’Malley auch einen guten Ruf in fortschrittlicheren Zirkeln als dem doch immer auch reichlich nach Handwerkerehre und festen Händen schreienden Metal mit diversen Zusatzbegriffen davor. Stimmt, Sunn 0))) spielen Dröhn-Metal, Dark-Ambient-Metal, Zeithintanhaltungs-Core oder harte Klostersuppe in f-Moll bei 20 Beats pro Minute, das aber ohne Schlagzeug.

southern lord records

Das war die gute Nachricht. Weniger gut hört sich das aktuelle Album zwar nach Hausmarke an – und verweist mit Dauergast Attila Csihar am Mikrofon auf gute alte Besenritte mit Gundel Gaukelei und dem Biest, das der Mann einst 666 nannte. Die Routine im Stehenlassen der Akkorde am Eintrittstor zur Unterwelt und die in den Bassfrequenzen noch immer tektonische Erdplatten verschiebenden seltenen Akkordwechsel weisen aber darauf hin, dass sich selbst unter der Kutte manche Routine bezüglich schenkelflatternd machender Grundlagenmusik einschleichen kann. Anyway, deiner Mama ist das immer noch zu steil. (schach, Rondo, 29.1.2016)

Sunn 0))) – Kannon (Southern Lord)

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