Patient am LKH Graz rastete aus und verletzte Ärztin

28. Jänner 2016, 11:42
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Widerstand gegen Polizei bei Festnahme – Aggressive Übergriffe von Patienten dort keine Seltenheit, Schulungen sollen helfen

Graz – Ein 39-jähriger Grazer, der am Mittwoch vom Roten Kreuz zur Untersuchung ins LKH Graz gebracht worden war, ist ausgerastet und auf eine Ärztin, eine Krankenschwester und die Polizei losgegangen. Im Spital sind Fälle von gewalttätigen Patienten keine Seltenheit: In den vergangenen drei Jahren wurden je bis zu 31 Fälle am LKH Graz gezählt. Schulungen sollen helfen, hieß es am Donnerstag.

Der Mann war gegen 15.00 Uhr in eine Rauferei im Stadtpark verwickelt und musste von der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden. Noch bevor er aber dort behandelt werden konnte, ging er auf das Personal los. Er schlug einer Ärztin gegen den Kopf. Sie wurde dabei leicht verletzt. Dann stürmte der 39-Jährige ins Freie, setzte einen Mistkübel in Brand und schleuderte einen Feuerlöscher in den Warteraum der Chirurgie. Danach schlug er auch noch einer Oberschwester gegen den Kopf und attackierte die einschreitenden Beamten. Die Uniformierten nahmen den Verdächtigen unter Gegenwehr fest und brachten ihn ins Polizeianhaltezentrum. Er wird angezeigt.

21 Übergriffe im Jahr 2014

Beim LKH Graz hieß es auf APA-Anfrage, dass es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen von Patienten kommt: 2012 wurden 25, 2013 genau 31 und 2014 exakt 21 Fälle in eine interne Statistik aufgenommen. In vier bis sieben Fällen wurden Menschen auch verletzt.

Maßnahmenpaket initiiert

Damit die Mitarbeiter wissen, wie sie im Fall eines Übergriffs vorzugehen haben und deeskalierend wirken können, hat das Universitätsklinikum das Maßnahmenpaket "Prävention von Aggression und Gewalt im Krankenhaus" ins Leben gerufen. Seit 2012 wurden rund 240 Mitarbeiter aus dem Bereich Pflege in Seminaren zum Thema geschult. Sie sollen als Multiplikatoren ihre Erfahrung an Kollegen weitergeben. Hinzu kommen Führungskräfte und etwa auch Personal von Aufnahmeschaltern. 2016 sind weitere Seminare angedacht. (APA, 28.1.2016)

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