Präsidentenwahl in Zentralafrika kurzfristig verschoben

27. Jänner 2016, 18:19
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Für Sonntag geplante Stichwahl findet wohl erst Mitte Februar statt

Bangui – In der Zentralafrikanischen Republik ist die entscheidende zweite Runde der Präsidentschaftswahl kurzfristig verschoben worden. "Wir können die Wahl am Sonntag nicht abhalten", teilte die nationale Wahlkommission ANE am Mittwoch mit.

Grund seien organisatorische Probleme. Bei einem Treffen von Vertretern der Regierung, der ANE sowie Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft wurde nach Angaben von Teilnehmern der 14. Februar als Ersatzdatum genannt.

Parlamentswahl annulliert

In der Stichwahl um das höchste Staatsamt in dem krisengeplagten Land stehen sich die beiden früheren Regierungschefs Anicet Georges Dologuele und Faustin Archange Touadera gegenüber. Dologuele hatte im ersten Wahlgang am 30. Dezember 23,7 Prozent der Stimmen erhalten, Touadera kam auf 19,1 Prozent.

Die gleichzeitig abgehaltene erste Runde der Parlamentswahl war am Montag annulliert worden. Obwohl die Abstimmung friedlich verlaufen sei und es eine hohe Wahlbeteiligung gegeben habe, seien "zahlreiche Unregelmäßigkeiten" aufgetreten, erklärte das Verfassungsgericht in Bangui. Laut Gesetz muss nun binnen 60 Tagen ein neuer Urnengang organisiert werden, doch ist dies unwahrscheinlich angesichts der schwachen Infrastruktur.

Die Wahlen sollten eigentlich eine Rückkehr zu mehr Stabilität in der Zentralafrikanischen Republik ermöglichen. Das Land war im März 2013 durch den Sturz von Präsident François Bozizé in eine Spirale der Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen gestürzt worden. Bei Massakern wurden tausende Menschen getötet, während hunderttausende weitere in die Flucht getrieben wurden. Erst eine internationale Intervention unter Führung der früheren Kolonialmacht Frankreich Anfang 2014 beendete die Gewalt. (APA, 27.1.2016)

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